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Tennis: Kommentar

Zverev verpasst bei Australian Open eine riesige Chance

Münster

Die Aussicht auf einen ersten Grand-Slam-Titel und die Nummer eins der Welt ließ Alexander Zverev auf seltsam widerstandslose Weise liegen. Deutschlands Sportler des Jahres verfiel im Achtelfinale der Australian Open in alte Muster. Ein Kommentar.

Von Camillo von Ketteler

Musste sich bei den Australien Open bereits im Achtelfinale verabschieden: Alexander Zverev. Foto: Imago/AAP

"Ich habe zwei Ziele vor mir: Das ist ein Grand Slam zu gewinnen und die Nummer eins der Welt zu werden", sagte Alexander Zverev vor wenigen Wochen. Bei den Australian Open hätte er seine beiden Neujahrsvorsätze schon ganz früh im Tennisjahr abhaken können. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Diese große Chance ist nun passé.

Dabei waren die Vorzeichen nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Karriere so gut. Als Olympiasieger und frischgebackener Sieger der ATP-Finals ging es nach Melbourne, wo sich Platzhirsch Novak Djokovic bereits vor dem ersten Aufschlag verabschieden musste. Dass ein Turniersieg gegen Konkurrenten wie Daniil Medvedev oder den wiedererstarkten Rafael Nadal kein Selbstläufer werden würde, war logisch. Aber trotzdem, für Deutschlands Sportler des Jahres schien es der perfekte Moment für den ersten Major-Titel.

Zertrümmerter Schläger

Gegen einen guten, aber sicher nicht überstarken Denis Shapovalov jedoch verfiel Zverev in alte und längst vergessen geglaubte Muster. Es fehlte die Sicherheit in den Grundschlägen, vom hart erarbeiteten Selbstverständnis war plötzlich nichts mehr übrig. Auch einen zertrümmerten Schläger hatten die Zuschauer bei Zverev lange nicht gesehen. Zeichen der Unsicherheit, des Kontrollverlustes.

Trotz all der guten Vorzeichen – irgendwas stimmte in dieser „scheiß Woche“, wie Zverev sie nannte, nicht. Wer vom Pferd fällt, der sollte schnell wieder in den Sattel. Alte Weisheit. Für Zverev geht es nach aktuellem Stand aber erst Ende Februar im mexikanischen Acapulco weiter. Vielleicht ein bisschen viel Zeit zum Nachdenken ...

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