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Alter, Ausstattung, Trainer

Eltern-Ratgeber: So spielen Kinder glücklich Fußball

Dortmund (dpa/tmw)

Teamgeist entwickeln, sich selbst und anderen vertrauen, viel Bewegung an der frischen Luft: Fußball ist für Kinder eine tolle Sache. Doch ab wann geht das? Und woran erkennen Eltern einen guten Verein? Diese Tipps helfen bei der Auswahl.

von Christoph Klemp, dpa

Fußball spielen macht Kindern Spaß und hält sie gesund. Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Ihr Kind möchte kicken? Wir haben Experten gefragt und Vorschläge gesammelt, wie Sie den richtigen Verein finden, warum ein vertrauensvoller Umgang mit dem Trainer oder der Trainerin wichtig ist und wie Sie Ihr Kind bestmöglich unterstützen können.

Ab welchem Alter können Kinder Fußball spielen?

Damit die Kinder sich gut fühlen, gesund bleiben und sich positiv entwickeln, sollten Eltern ihre Kinder einfach spielen lassen.

Ab vier Jahren nehmen Vereine Kinder in der Regel bei den Bambini auf - das variiert jedoch. Am besten vor Ort nachfragen.

Laut des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) haben die jungen Kicker besondere Bedürfnisse beim Training:

  • sie sind verspielt,
  • haben ein geringes Konzentrationsvermögen und
  • ermüden schnell.

Daher muss ein Trainer in dieser Altersklasse danach handeln. Spaß und Bewegung stehen im Vordergrund.

Welche Mannschaftseinteilungen gibt es für Kinder und Jugendliche?

Kinder und Jugendliche werden beim Fußball in homogene Trainingsgruppen eingeteilt, die ihrem Alter und körperlichen Entwicklungsstand entsprechen. Die entsprechenden Altersgruppen (U = unter) heißen, je nach Region, Junioren, Jugend oder Bambini.

Woran erkennen Eltern einen guten Fußballverein und Trainer?

Hier kommen vier wichtige Punkte für Eltern:

  • Hat der Trainer eine motivierende, kindgerechte Ansprache? Anschreien geht gar nicht.
  • Steht der Spaß im Vordergrund? Das ist besonders wichtig beim Training von Kindern.
  • Wie geht er mit den Eltern um? Ein guter Draht ist wichtig.
  • Habe ich ein gutes Gefühl, mein Kind dem Trainer anzuvertrauen? Es werden Situationen kommen, wo Sie als Elternteil nicht direkt eingreifen können.

Zwei weitere Tipps hat Verbandsfußballlehrer Carsten Busch vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW):

  • Eltern können auch fragen, ob die Fußballtrainer des Vereins ausgebildet sind und über ein Kindertrainer-Zertifikat oder sogar eine entsprechende Trainer-Lizenz des DFB verfügen.
  • Interessant sei auch, was der Verein außerhalb des Fußballs anbietet - zum Beispiel Feriencamps. Das erhöht dann noch einmal den Spaß-Faktor bei den Kleinen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Für Kinder stehen beim Fußball Spaß und Bewegung im Vordergrund. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Wie läuft ein Fußballtraining für Kinder ab?

Der Trainingsablauf hängt vom Alter der Kinder ab - je jünger sie sind, umso lockerer und kürzer sollten die Einheiten sein.

Ein Training bei den Kleinsten, den Bambini, dauert rund 45 Minuten und besteht zum größten Teil aus Spielen.

Diese fördern Fähigkeiten wie Geschicklichkeit und Schnelligkeit, haben mit einem klassischen Fußballspiel aber nichts zu tun. «Schon beim Aufwärmen können alle mal so richtig Dampf ablassen», sagt Carsten Busch. Beliebtes Warm-up: Fangen spielen!

Ab der E-Jugend können sich Kinder meist länger konzentrieren, die Trainingszeit kann dann bis zu 90 Minuten dauern.

Bei Kindern unter 15 Jahren sollte es nur um die Spielpraxis gehen, also um technische und individualtaktische Grundlagen. Gruppen- und mannschaftstaktische Finessen kommen erst im späteren Jugendalter hinzu.

Ein klassisches Training beschreibt Carsten Busch so:

Wie das Fußballtraining abläuft, hängt vom Alter der Kinder ab. Foto: Jens Kalaene/dpa-tmn

Was braucht ein Kind zum Fußballspielen?

Kurz gesagt: Lust aufs Kicken, ein paar Mitspieler, einen Ball und Platz zum Spielen.

«Kinder sollten erstmal im Park kicken - dazu brauchen sie ein Paar Turnschuhe und zwei Gegenstände, um ein Tor abzustecken», sagt der Sport- und Präventionsexperte Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Auch im Fußballverein brauche ein Kind zum Start nicht viel, sagt Busch: Schienbeinschoner und Multinocken-Fußballschuhe - auch «Tausendfüßler» genannt -, wahlweise oder zusätzlich noch ein paar Nockenschuhe.

Diese Fußballschuhe mit Nocken sorgen für einen sicheren Stand auf Kunstrasen- und auf Rasenplätzen. Schuhe mit Schraubstollen brauchen Kinder nicht.

Warum ist Fußballspielen für Kinder so gut?

Körperliche und geistige Fähigkeiten:

  • Die Ganzkörpersportart schult das Gleichgewicht und alle koordinativen Fähigkeiten.
  • Die Bewegung stärkt das Herz-Kreislaufsystem.
  • Kinder müssen beim Fußball Situationen schnell wahrnehmen, Entscheidungen treffen und entsprechend reagieren - dies schult ihre kognitiven Fähigkeiten.

Soziale Fähigkeiten - Kinder lernen...

  • soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit sowie den Umgang mit Niederlagen.
  • sich in einer Gruppe einzuordnen - ohne sich dabei unterzuordnen.
  • spielerisch Disziplin, Pünktlichkeit, Respekt und Regeln zu beachten.
  • sich Ziele zu setzen und Vorhaben zu verwirklichen. Zweimal die Woche mit Kumpels zu spielen ist auch ein Ziel.

Wie oft sollten Kinder trainieren?

«Wenn man das unter dem Aspekt des Spielens betrachtet: jeden Tag», sagt Ingo Froböse.

Unter dem Aspekt des Trainings müsse man Kindern ihre Lernprozesse lassen. Das bedeutet: «Kinder bis 12 Jahren brauchen 72 Stunden Lernpause», sagt Froböse.

Das heißt, dass jüngere Kinder maximal drei Mal pro Woche trainieren sollten. Es spreche nichts dagegen, mal in einem Sommercamp jeden Tag zu trainieren. «Wichtig ist es nur, dass die Kinder sich im Alltag nicht überfordern», rät Froböse.

Eltern können ihre Kinder beim Fußball spielen unterstützen. Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Wie können Eltern ihre Kinder beim Fußballtraining motivieren und unterstützen?

«Wenn Sie Ihr Kind zum Fußballspielen motivieren müssen, sollten Sie sich vielleicht fragen, ob es nicht lieber reitet oder Klavier spielt», sagt BVB-Jugendhaus-Leiterin Julia Porath. «Kinder sind selbst motiviert, wenn ihnen etwas Freude macht.»

Diese fünf Tipps hat Julia Porath für Eltern, die ihre Kinder bestmöglich helfen möchten:

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