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25. Todestag von Lady Diana 

Zäsur für die britische Monarchie

London

Ob in Statuen, auf Titelblättern oder im Elton-John-Song - Lady Diana ist auch 25 Jahre nach ihrem Tod nicht aus der Popkultur wegzudenken. Warum bewegt sie bis heute so die Herzen der Menschen?

Der tragische Unfalltod von Prinzessin Diana ist bereits 25 Jahre her. Foto: John Giles/epa PA/dpa

Die Nachricht schickte am Morgen des 31. August 1997 eine Schockwelle durch Großbritannien und löste rund um den Globus Betroffenheit aus: Prinzessin Diana, die „Königin der Herzen“, war tot. Gestorben an den Folgen eines Verkehrsunfalls in einem Pariser Tunnel.

Der Mercedes-Benz knallte gegen 0.25 Uhr mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Tunnelpfeiler. Mehrere Stunden versuchten die Ärzte im Krankenhaus Pitié-Salpêtrière noch, die geschiedene Prinzessin von Wales trotz der schweren inneren Verletzungen zu retten. Vergeblich. Gegen 4 Uhr wurde sie für tot erklärt.

Mistrauen auf beiden Seiten

Dianas neuer Partner Dodi Al-Fayed und der Fahrer Henri Paul, der sich nicht ganz nüchtern ans Steuer gesetzt und dann versucht hatte, die Paparazzi abzuhängen, starben am Unfallort.

Gerüchte und Spekulationen schossen danach ins Kraut. Allen voran entwickelte Dodis Vater Mohammed Al-Fayed wilde Verschwörungstheorien. Der schillernde Unternehmer, Eigentümer des Hotels Ritz in Paris und ehemaliger Eigentümer des Kaufhauses Harrods in London, behauptete unter anderem, der britische Geheimdienst habe das Paar getötet, um zu verhindern, dass Diana von Dodi schwanger wurde. Die Ro­yals zogen ihre Konsequenzen: Harrods verlor den prestigeträchtigen Titel des Hoflieferanten. Letztlich stellte sich heraus, dass Henri Paul vor der Fahrt ein Antidepressivum und ein Mittel zur Behandlung von Alkoholismus zu sich genommen hatte und mit 1,8 Promille Alkohol am Steuer saß.

Charles flog nach Paris, um seine tote Ex-Frau nach London überführen zu lassen.

Die Britinnen und Briten trauerten – und waren entsetzt, dass die Queen tagelang zum Tod ihrer eher ungeliebten Ex-Schwiegertochter schwieg. Die „Sun“ titelte: „Wo ist unsere Königin?“ Die Antwort war einfach – in Schottland mit ihren Enkeln William (15) und Harry (12). Sie sah ihre Rolle in dieser Situation vor allem als Großmutter, die die Enkel trösten musste – Diana war kein offizielles Mitglied des Königshauses mehr. Zurück in London lenkte sie ein, ging mit Prinz Philip am Blumenmeer vor dem Buckingham-Palast entlang. Doch das Land erlebte eine nie gekannte Kritik an der Monarchin, die erst nach Monaten verebbte.

Die Trauerfeier für Diana begann mit dem Trauerzug vom Kensington-Palast aus. Dort wurde der Sarg auf einer Lafette den Hyde Park entlang zum St.-James-Palast gebracht. Von dort gingen Prinz Philip, Charles, ihre Söhne und ihr Bruder Charles Spencer hinter dem Sarg her. Elizabeth II. verneigte sich, als der Sarg an ihr vorbeigetragen wurde. Mehr als eine Million Menschen säumten die Straßen auf dem Weg zur Westminster Abbey. Im Trauergottesdienst wurden klassische Stücke etwa von Bach und Dvorak gespielt – aber in Erinnerung bleibt die Version von „Candle in the Wind“, das Sir Elton John in „Goodbye England’s Rose“ umgewidmet hatte. Und auch die Trauerrede von Charles Spencer sorgte für Schlagzeilen: Er kritisierte darin unverhohlen die königliche Familie und die Presse für deren Umgang mit seiner Schwester. Das Begräbnis endete mit der Beisetzung Dianas auf einer Insel in ­Althorp, dem Stammsitz der Spencers.

Leidenschaft Ehrenamt

Die „Königin der Herzen“ hatte sich in ihren letzten Lebensjahren nicht nur für Aidskranke, sondern vor allem für ein Verbot von Landminen eingesetzt. Unvergessen ihre publicityträchtige Aktion im angolanischen Huambo. Mit einer Splitterschutzweste und Schutzvisier bekleidet ging Prinzessin Diana dort am 15. Januar 1997 während ihrer Afrikareise über ein Minenfeld. Die veröffentlichten Fotos rückten das Pro­blem der Landminen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. 22 Jahre später besuchte ihr Sohn Harry, 2019 noch hoch geschätztes Mitglied der Royals, exakt dasselbe Feld und erinnerte an das Engagement seiner Mutter.

Dianas Leben als Prinzessin hatte fast märchenhaft begonnen: Die schüchterne 20-jährige Kindergärtnerin heiratete am 29. Juli 1981 einen der begehrtesten Junggesellen der Welt. Sie schlüpfte in die Rolle der künftigen Königin, ohne sich im Klaren darüber zu sein, was dies wirklich bedeutete. In den Jahren danach stieg sie zur Mode-Ikone und zur meistfotografierten Frau der Welt auf, sie machte das Königshaus nahbar für die Briten – kein Zweifel, dass sie Charles auf gemeinsamen Terminen die Show stahl. Die Briten liebten sie für ihre Herzlichkeit.

Die bröckelnde Fassade

Doch es wurde immer deutlicher, dass der schöne Schein trog und sich die beiden wenig zu sagen hatten. Charles ließ seine alte Liebe zu Camilla aufleben, Diana suchte bei anderen Männern Trost, sie litt unter Bulimie und Depressionen. In einem BBC-Interview sprach sie verbittert von einer „Ehe zu dritt“. Schließlich sprach die Queen ein Machtwort: Die Ehe wurde am 28. August 1996 geschieden. Nur ein Jahr später starb die „Königin der Herzen“. Ihre Beliebtheit ist fast ungebrochen.

Neue Enthüllungen zum Todestag

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