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Vom Umgang mit infizierten Pestkranken

Der Historiker Volker Reinhardt verrät, wie die Menschen früher mit einer Epidemie umgegangen sind. Soviel ist dabei sicher: nicht eben zimperlich.

dpa

München (dpa) - Wie hatte Mailand das nur geschafft? Während 1347 in Pisa und Florenz Tausende Menschen der Pest zum Opfer fielen, erkrankten in Mailand ganze drei Familien.

Die Wahrheit ist grausig: Der Herrscher der Stadt ließ die infizierten Familien kurzerhand einmauern, ein im wahrsten Sinne des Wortes todsicheres Mittel, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Der Historiker Volker Reinhardt verrät in seinem Buch «Die Macht der Seuche» noch andere Strategien zur Bekämpfung der Pest. So führte man in der dalmatinischen Hafenstadt Ragusa und später in Venedig eine Isolation von Neuankömmlingen aus potenziellen Risikogebieten ein. Da sie 40 Tage dauerte, nannte man sie Quarantäne. Manches hat sich also gar nicht so sehr verändert.

Reinhardt zeigt Parallelen zur Coronakrise auf - das Schüren von Ängsten, die Suche nach Sündenböcken, die Verlierer- und Gewinnerliste. Er benennt aber auch die gewaltigen Unterschiede zwischen der damaligen und der heutigen Pandemie. Der wichtigste: Die Pest war viel tödlicher, jeder vierte Mensch fiel ihr zum Opfer.

- Volker Reinhardt: Die Macht der Seuche. Wie die Große Pest die Welt veränderte 1347-1353, C.H. Beck Verlag, München, 256 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 978-3-406-76729-6.

© dpa-infocom, dpa:210312-99-793912/2

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