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Umfangreiches Konzertprogramm

Salzburger Festspiele planen weitgehend normale Saison 2021

Die Salzburger Festspiele machten im Sommer mit einem ausgeklügelten Corona-Präventionsprogramm Furore. 2021 soll es wieder (fast) normale Festspiele geben - die Auswirkungen der Pandemie werden sich wohl dennoch bemerkbar machen.

dpa

In Salzburg geht man zuversichtlich in die nächste Festspiel-Saison. Foto: Barbara Gindl

Salzburg (dpa) - Die Salzburger Festspiele hoffen auf eine weitgehend normale Saison 2021.

Nach coronabedingt verkürzten Festspielen zum 100-jährigen Bestehen im Sommer 2020 bietet das weltgrößte Musik- und Theaterfestival für das kommende Jahr ein «volles Programm ohne vorauseilenden Pessimismus», wie Intendant Markus Hinterhäuser bei einer Videokonferenz aus der Salzburger Felsenreitschule sagte.

Geplant sind vom 17. Juli bis 31. August 2021 insgesamt 168 Aufführungen an 46 Tagen in 17 Spielstätten; dazu kommt ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm mit 62 Vorstellungen und 7 Produktionen an 30 Spielstätten.

Hinterhäuser machte indes deutlich, dass die Festspiele in den nächsten Jahren wirtschaftlich kürzer treten müssten. «Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden massiv sein», betonte er. «Wir müssen in einigen Belangen Umsicht, Vorsicht und Behutsamkeit walten lassen, um das System Festspiele stabil zu halten.»

So sei die schon für 2020 geplante Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper «Die Zauberflöte» in der Saison 2021 «wirtschaftlich nicht vertretbar». Auch das Projekt einer Neuproduktion der großen Choroper «Boris Godunow» von Modest Mussorgsky wird zumindest kommendes Jahr nicht realisiert.

Dennoch sollen 2021 die meisten Opern-, Theater- und Konzertprojekte, die in diesem Sommer nicht möglich waren, nachgeholt werden. Darunter ist die Neuinszenierung von Mozarts «Don Giovanni» mit Romeo Castellucci als Regisseur und dem Dirigenten Teodor Currentzis am Pult des musicAeterna-Originalklangorchesters aus dem russischen Perm, außerdem Luigi Nonos szenische Handlung «Intolleranza 1960», ein flammender Protest gegen Intoleranz und Unmenschlichkeit.

Die Inszenierungen von Richard Strauss' «Elektra» und Mozarts «Così fan tutte» aus den Rumpffestspielen 2020 werden wieder aufgenommen. Giacomo Puccinis «Tosca» mit Anna Netrebko in der Titelrolle wird aus den Salzburger Osterfestspielen 2021 übernommen.

Noch einmal runderneuert und in wesentlichen Positionen neu besetzt wird Michael Sturmingers «Jedermann» aus dem Jahr 2017. Der Berliner Schauspieler Lars Eidinger übernimmt von Tobias Moretti die Titelrolle in Hugo von Hofmannsthals «Spiel vom Sterben des reichen Mannes» mit der Salzburgerin Verena Altenberger als Buhlschaft. Mit Mavie Hörbiger verkörpert erstmals eine Frau die Rolle des Teufels.

Außerdem bastelt die Regisseurin Karin Henkel unter dem Titel «Richard the kid & the king» an einer Verquickung zweier Königsdramen William Shakespeares mit Lina Beckmann in der Titelrolle. Ex-Buhlschaft Birgit Minichmayr wird zudem in einer Neuinszenierung von Friedrich Schillers «Maria Stuart» zu sehen sein in der Regie von Burgtheaterchef Martin Kusej.

Das umfangreiche Konzertprogramm trumpft wieder mit vielen renommierten Ensembles und Künstlern aller Sparten auf, darunter den Wiener und Berliner Philharmonikern. Der Dirigent Riccardo Muti und die Pianistin Martha Argerich werden bei den Festspielen ihren 80. Geburtstag feiern; Muti begeht zudem am Pult des von ihm geleiteten Chicago Symphony Orchestra sein 50-jähriges Bühnenjubiläum.

Von den im Vollbetrieb zur Verfügung stehenden Eintrittskarten werden zunächst nur zwei Drittel verkauft. Das restliche Drittel soll erst dann freigegeben werden, wenn es der weitere Verlauf der Pandemie und die dann geltenden gesetzlichen Grundlagen erlauben.

Im vergangenen Sommer hatten die Festspiele mit einem ausgefeilten Präventionsprogramm Furore gemacht. Unter den 76.500 Besuchern gab es den Festspielen zufolge keinen Infektionsfall, unter den 1400 Mitwirkenden nur einen einzigen Fall in der Verwaltung vor Beginn der Festspiele. Das Konzept, das ständig weiterentwickelt wird, sei schon an 45 Kulturinstitutionen in aller Welt weitergegeben worden, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:201210-99-642355/4

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