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Debatte um Winnetou und Karl May

Viel zu früh für einen Nachruf

Münster

Darf man „Indianer“ sagen? Hat Karl May die amerikanischen Ureinwohner zu klischeehaft dargestellt und ihr Schicksal verharmlost? Darüber wird gestritten, seit der Verlag Ravensburger zwei Bücher zum neuen Film zurückgezogen hat.

Von Harald Suerland

Das rührt die Zuschauer zu Tränen: Old Shatterhand (Lex Barker, r.) betrauert den tödlich getroffenen Winnetou (Pierre Brice) im Film „Winnetou 3“. Foto: imago images/Mary Evans

„Sein langes, dichtes, blauschwarzes Haar war in einen hohen, helmartigen Schopf geordnet und mit einer Klapperschlangenhaut durchflochten“, heißt es über den Häuptling. „Der Schnitt seines schönen, männlich ernsten Angesichts konnte ein römischer genannt werden . . . die Hautfarbe zeigte ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch.“ Mit solch schwärmerischen Sätzen beschreibt der Autor Karl May in „Der Oelprinz“ (in historisch-kritischer Schreibung) den berühmtesten seiner Helden, nämlich Winnetou. Und selbst der naivste Leser ahnt rasch: So richtig realistisch ist dieses Porträt nicht.

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