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Wie Worte als Waffen wirken

Diktaturen fürchten die Macht der Texte – und sind auf sie angewiesen

Münster

Eine der gefährlichsten Waffen für Diktatoren ist das Wort. Sie fürchten und bekämpfen es, wenn es gegen sie gerichtet ist. Und sie sind zugleich auf die Macht von Texten angewiesen, die ihnen Legitimation liefern.

Von Harald Suerland

Die Fatwa, die Ajatollah Khomeini (l.) gegen den Schriftsteller Salman Rushdie (oben) verhängte, zeigt die Furcht der Diktatur vor einem Text. Russlands Präsident Wladimir Putin betätigt sich selbst als Autor, um seinen Krieg zu legitimieren. Foto:

Worte und Texte können gefährliche Waffen sein. Das muss auch Ajatollah Khomeini einst gedacht haben, als er die furchtbare Fatwa gegen den Autor Salman Rushdie aussprach, die offenkundig vergangene ­Woche blutige Spätfolgen zeitigte. Denn Rushdie hatte nichts anderes getan, als einen Text zu schreiben, einen Roman – und diese ­„Satanischen Verse“ wurden als eine so starke und wirkmächtige Beleidigung vom religiösen Oberhaupt des Iran aufgefasst (oder zumindest ausgegeben), dass man ihren Autor mit dem Tod bedrohte.

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