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Westpreußisches Landesmuseum in Warendorf wird eröffnet

Faszinierende Kulturregion

Warendorf

Der Weg von Wolbeck nach Warendorf war nicht weit, doch der Aufwand erheblich: An diesem Wochenende öffnet das neue Westpreußische Landesmuseum im Warendorfer Franziskaner-Kloster seine Tore. Erst mal nur für geladene Gäste, am Sonntag ab 14 Uhr dann aber auch für alle Bürger.

unseremRedaktionsmitgliedChristoph Lowinski

Ein Wandteppich aus Danzig (17. Jahrhundert) stößt hier auf das Interesse einer Besucherin des Museums. Foto: dpa

Was lange währt, wird endlich gut – das kann man hier mit Fug und Recht behaupten. Die Renovierungsphase in dem alten Gemäuer hat aufgrund technischer Unwägbarkeiten dann doch erheblich länger gedauert als geplant. „Aber wir wollten unbedingt noch in diesem Jahr eröffnen“, sagt Prof. Dr. Erik Fischer vom Vorstand der Kulturstiftung Westpreußen.

Nun ist es geschafft: Auf gut 900 Quadratmetern präsentiert das Museum eine völlig neu konzipierte Dauerausstellung. Wer sich an das frühere Ambiente im Wolbecker Erbdrostenhof erinnert, wird feststellen: Zwischen damals und jetzt liegen Welten. Die lange Suche nach einer neuen Heimat hat sich gelohnt. Die zweijährige Phase zwischen Schließung in Wolbeck und Neueröffnung in Warendorf wurde genutzt, um einen modernen Zugang zu der Geschichte Westpreußens, dieser deutsch-polnischen Kulturregion, zu schaffen.

Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Aspekte der Kultur-, Wirtschafts- und politischen Geschichte eines Landes, in dem Deutsche und Polen, Kaschuben und Juden den Alltag geprägt haben – mal von Preußen, von Polen oder Schweden regiert. In der Ausstellung wird ganz beiläufig deutlich, das Westpreußen über Jahrhunderte ein spannendes, interkulturell geprägtes Land gewesen ist. Das Landesmuseum präsentiert Gemälde und Kunsthandwerk, das Gold der Ostsee – den Bernstein – und eine ganze Reihe von Alltagsdingen. Die großen Städte Westpreußens waren wichtige Handelsplätze der Hanse. Einen Teil der Ausstellung haben die Museumsmitarbeiter als Kogge gestaltet. Einige Aspekte sind ganz neu in das Konzept eingearbeitet worden: Die Geschichte der Kaschuben, Alltagskultur, das Dritte Reich oder die Juden. „Themen, die das Leben in Westpreußen zeigen“, machen Jutta Fehtke und Dr. Martin Steinkühler, die stellvertretenden Museumsleiter, deutlich.

Zum Museum gehören ein umfangreiches Archiv mit Tausenden Dokumenten und eine Präsenzbibliothek mit 12 000 Bänden. Das Haus will sich für Besucher öffnen, ein Ort des Wissensaustausches und der Kommunikation sein.

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