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TV-Tipp

Bibeltreue Supermacht

Bei der US-Wahl 2020 sind sie eine mächtige Klientel: Bibeltreue Christen lehnen die Evolutionslehre ebenso ab wie Homosexualität und freizügiges Leben. ZDFinfo gibt Einblicke in einen fremden Kosmos.

dpa

"Story of Redemption Bible" steht auf einer Bibel in einer Szene der Dokumentation "Bibeltreue Supermacht - Evangelikale in den USA". Foto: Glenn Lyvonnet

Berlin (dpa) - Sie richten ihr Leben streng nach der Bibel aus: Evangelikale in den USA. Eine Dokumentation von Sarah Fournier mit dem Titel «Bibeltreue Supermacht» gewährt am Dienstag (19.30 Uhr) auf ZDFinfo einen geradezu verstörenden Einblick in das Weltbild der Gläubigen, die die Evolutionslehre als atheistische Verschwörungstheorie ablehnen.

Etwa 60 Millionen Evangelikale gibt es den Filmemachern zufolge in Nordamerika. Sie glauben, dass Gott in sechs Tagen die Welt erschaffen hat, wissenschaftliche Erkenntnisse tun sie als Lügen ab. Sie fürchten Muslime und Atheisten, Homosexualität und freizügiges Leben. Alkohol, Abtreibung und Sex vor der Ehe sind tabu. Als bei einem christlichen Musikfestival ein heftiges Gewitter aufzieht, betrachten das die Besucher als Strafe Gottes.

In einer Kleinstadt in Florida besuchen die Filmemacher eine Familie, die streng nach der Bibel lebt. Andere Bücher haben die beiden Töchter nicht. Auch keine Zeitschriften und keine Poster an den Wänden. Im Radio läuft nur christliche Musik.

In der Schule, die die Mädchen besuchen, wird die Weltanschauung der Evangelikalen gelehrt. «Man soll sich vor der Hölle fürchten», sagt ein Schüler. «Das ist eine Motivation, gottgefällig zu leben.» Alkohol und Sex - gerät man in dem Alter nicht in Versuchung? Um das zu verhindern, könne man zum Date Freunde oder die Eltern mitnehmen, sagt ein Jugendlicher.

Im Schöpfungsmuseum in Kentucky führt eine Mitarbeiterin eine Besuchergruppe durch die Ausstellung. Über Wissenschaftler sagt sie: «Wer keine christliche Weltanschauung hat, fühlt der sich an Ehrlichkeit und Wahrheit gebunden? Warum sollte er nicht lügen?»

In Georgia trainieren paramilitärische Milizen schwer bewaffnet für den Kampf gegen Atheisten und Muslime. In ihre Gewehre haben sie «Gottes Wille» eingraviert. «Ich bin bereit, für meinen Glauben zu sterben», sagt einer in die Kamera. Die fundamentalistische Gruppe bereitet sich auf Krieg vor.

Direkt im Anschluss geht es mit ernüchternden Bildern aus den USA weiter. In «Macht und Machenschaften USA - Gekaufte Politik» (20.15 Uhr, ZDFinfo) geht es um Milliardäre, die sich mit ihrem Vermögen Einfluss erkaufen.

© dpa-infocom, dpa:200727-99-936506/3

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