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TV-Tipp

Cooler Agent: «Hamilton - Undercover in Stockholm»

Berlin (dpa)

Jetzt im ZDF: Eine schwedische Thriller-Serie mit einem smarten CIA-Agenten und reichlich Action. Dabei bleiben viele Charaktere zunächst eher blass.

Von Johannes von der Gathen, dpa

Seine Ausbildung in den USA absolviert er als Jahrgangsbester, und die CIA engagiert ihn natürlich vom Fleck weg: Der schwedische Geheimagent Carl Gustav Hamilton (Jakob Oftebro, «1864») spielt in seiner eigenen Liga.

Ein smarter, sportlicher Typ, dabei hoch intelligent und technisch versiert. Ein Kollege beschreibt ihn als «Mischung aus Nerd und Draufgänger».

Als seine Chefin ihn zurück nach Stockholm schickt, explodieren dort bei einer Mai-Kundgebung mit einer sichtlich nervösen Innenministerin mehrere Bomben, und Hamilton steckt mitten drin in einem mörderischen Drama auf Leben und Tod.

Vierteilige Thriller-Serie

Die Auftaktfolge der vierteiligen Thriller-Serie «Hamilton - Undercover in Stockholm» läuft am Montag um 22.15 Uhr im ZDF. Die weiteren Folgen dieser deutsch-schwedischen Koproduktion sendet das Zweite an den darauffolgenden Montagen zur gleichen Zeit.

Die Figur des Agenten Carl Gustav Hamilton stammt aus den Romanen des schwedischen Autors und Journalisten Jan Guillou, die seit den 1980er Jahre erschienen sind. Dabei ist der höchst produktive, 1944 geborene Guillou eine durchaus schillernde Figur: der Erfinder von Hamilton arbeitete von 1967 bis 1973 verdeckt für den sowjetischen Geheimdienst KGB und legte sich mehr als einmal mit der CIA an. Der Mann weiß also, worüber er schreibt.

Hamilton-Verfilmungen gab es übrigens in der Vergangenheit schon etliche, Schauspieler wie Stellan Skarsgard («Chernobyl») oder zuletzt Mikael Persbrandt («Kommissar Beck - Die neuen Fälle») verkörperten den Agenten.

In dem neuen ZDF-Vierteiler geht es rasant zur Sache, schon zum Auftakt fliegen dem in seine Heimat zurückgekehrten Hamilton die Fetzen um die Ohren. Gleich in den ersten Minuten muss er eine Attentäterin ausschalten, ein brutaler Schlagabtausch mit tödlichen Messerstichen. Dabei sollte Hamilton den Bombenanschlag eigentlich mit seiner schwedischen Kollegin Kristin Ek (Nina Zanjani) aufklären. Die arbeitet zusammen mit dem IT-Profi Birger Hagman (Jörgen Thorsson) für den schwedischen Nachrichtendienst Säpo.

Bald haben die beiden den Verdacht, dass Hamilton in den Anschlag involviert sein könnte. Auch sein früherer Mentor D.G. (Krister Henriksson), eine graue Eminenz der Sicherheitsbehörde, gibt sich zugeknöpft und schickt Hamilton auf eine gefährliche Mission in den Nahen Osten. Und auch in Moskau geschieht ein Auftragsmord, der mit dem Anschlag in Schweden in Verbindung zu stehen scheint.

Actionreicher Thriller

Es passiert also eine ganze Menge in der ersten Folge von «Hamilton - Undercover in Stockholm». Regisseur Erik Leijonborg hat einen actionreichen Thriller inszeniert, der rasant die Schauplätze wechselt und brisante Themen wie Überwachung im Rechtsstaat und globalen Terrorismus in eine Agenten-Story packt. Aber leider bleibt die Figurenzeichnung zumindest in der Auftaktfolge recht oberflächlich.

Dabei gibt sich der norwegische Schauspieler Jakob Oftebro alle Mühe, die Titelfigur glaubwürdig darzustellen. Aber das Drehbuch gönnt ihm kaum Ruhepausen: Nur kurz darf er seine an Alzheimer leidende Mutter besuchen, und wir Zuschauer ahnen etwas von einem Familiengeheimnis.

Verlieben soll sich dieser James Bond aus dem hohen Norden natürlich auch, aber die Liaison mit einer Jugendfreundin kommt übers Klischee leider nicht hinaus. Etwas mehr Ecken und Kanten hätten man diesem Vorzeige-Agenten schon gewünscht. Aber die können ja in den drei weiteren Folgen noch kommen.

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