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TV-Tipp

Der Mörder ist unter uns: «Drei Tage und ein Leben»

Berlin (dpa)

Am Donnerstag im Fernsehen: Ein Dorf auf der Suche nach einem Mörder und ein Zwölfjähriger, um dessen Hals sich eine Schlinge zu ziehen scheint. Die Romanverfilmung spielt mit den Abgründen der Herzen.

Von Christof Bock, dpa

Gendarme Lambert (Dimitri Storage) leitet die Suche nach dem kleinen Rémi. Foto: Nicolas Schul/MAHI FILMS/WDR /dpa

Viele haben noch ungute Erinnerungen an den schrecklichen Orkan, der an Weihnachten 1999 über Europa fegte. «Lothar» kostete in Deutschland und anderen Ländern mehr als 100 Menschen das Leben.

In dem abgründigen französischen Krimi «Drei Tage und ein Leben» rettet die Unwetterkatastrophe hingegen dem zwölfjährigen Antoine die Haut. Am Donnerstag (28. April) um 23.45 Uhr ist der Film im WDR Fernsehen zu sehen.

Antoine (Jérémie Senez) lebt in einem Dorf in den belgischen Ardennen und weiß mehr über das plötzliche Verschwinden des kleinen Rémi als ihm lieb sein kann. In dem nebligen dichtbewaldeten Tal veranstalten Beamte daraufhin eine riesige Suchaktion. Alle stehen unter Schock. Plötzlich ist jeder verdächtig, der sich anders als sonst verhält.

Schnell gibt es erste Anschuldigungen. Da ist etwa Michel (Charles Berling), der vierschrötige Vater des verschwundenen Kindes. Oder war es Andreï Kowalski (Arben Bajraktaraj)? Der Schlachter ist für die Dörfler schließlich ein «Ausländer» und damit stärker im Visier.

Drei endlose Tage lang lebt Antoine mit der unerträglichen Angst, entdeckt zu werden. Denn er ist der Einzige im Dorf, der weiß, was wirklich geschehen ist. Die Anteilnahme hält jedoch nicht ewig. Bald sucht der verheerende Jahrhundertsturm den Ort heim, viele Häuser werden zerstört, ein Mann wird von einem Baum erschlagen. Wer denkt da noch an den kleinen Rémi? Nur Antoine ist voller Angst. Könnte das Hochwasser den Leichnam aus seinem Versteck spülen?

15 Jahre gehen ins Land: Als der erwachsene Antoine (Pablo Pauly) nach seinem Medizinstudium seine Heimat besucht, hat sich das Dorf kaum verändert. Allerdings haben Waldarbeiter begonnen, die alten Sturmschäden aus dem Jahr 1999 endlich zu beseitigen. Aus Angst vor der drohenden Entdeckung fasst Antoine einen fatalen Entschluss.

Der raffiniert komponierte Psychothriller mit französischen Topstars wie Sandrine Bonnaire basiert auf einem Bestseller von Pierre Lemaitre. Lemaitre, ein spätberufener Quereinsteiger, wurde für seine Thriller von der «Times» bereits als «neuer Stieg Larsson» gefeiert.

Auch die Inszenierung des Stoffes durch Nicolas Boukhrief (2019) überzeugte die Kritik. «Le Parisien» urteilte in einer Mischung von Bewunderung und Verblüffung, man sei «verärgert und erstaunt über diesen emotionalen Marathon, der von einer Inszenierung von beeindruckender Effizienz und von tadellosen Schauspielern gehalten wird».

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