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Der Science-Fiction «Little Joe» auf Arte

Berlin (dpa)

Wunder der Forschung: Eine besondere purpurrote Blume soll mit ihrem Duft die Menschen glücklicher machen. Doch die Pflanze ist nicht ganz ungefährlich. Das erlebt ihre Entwicklerin bald sehr aus der Nähe.

Von dpa

Alice (Emily Beecham) hat eine neue Pflanzenart namens "Little Joe" entwickelt. Foto: --/coop99 filmproduktion/The Bureau/Essential Films/dpa

Sorgen hat jeder von uns genug. Wäre es da nicht viel schöner, wenn man einfach unbeschwert glücklich sein könnte? Ein solches Mittel zum Glücklichsein wäre eine vielversprechende Geschäftsidee für Biotech-Unternehmen.

Genau diesem Gedanken geht die Österreicherin Jessica Hausner in ihrem Science-Fiction «Little Joe» nach. In dem Film, der am Mittwoch um 20.15 Uhr auf Arte läuft, wird die moderne Errungenschaft plötzlich zur Gefahr für die Menschen.

Alice, eine alleinerziehende Mutter, ist eine ehrgeizige Forscherin, die an einer genmanipulierten Pflanze arbeitet. Tatsächlich gelingt ihr das scheinbar Unmögliche: Wenn man die Pflanze mit der hübschen purpurrote Blüte gut pflegt und mit ihr spricht, dann stößt diese einen Stoff aus, der Menschen über Hormone glücklich macht.

Alice und ihr Assistent Chris haben die besten Absichten. Sie wollen die Pflanze wie ein Antidepressivum einsetzen, und sie versprechen sich von ihr einen großen Hit bei der nächsten Pflanzen-Ausstellung.

Noch sind zwar ein paar Tests notwendig, um Nebenwirkungen auszuschließen, doch Alice (Emily Beecham) nimmt schon mal eine dieser Pflanzen für ihren Sohn Joe mit nach Hause. Dann jedoch scheint «Little Joe», wie sie die Blume getauft haben, ein seltsames - und äußerst gefährliches - Eigenleben zu entwickeln. Bald ist nicht mehr auseinanderzuhalten, welcher Mensch unter dem Bann von «Little Joe» steht und wer nicht

Regisseurin Hausner («Amour Fou», «Lourdes») wirft so Fragen nach unserem Umgang mit vermeintlich bahnbrechenden Errungenschaften auf. Das inszeniert sie mit kunstvoll stilisierten Bildern: Die leuchtend-bunten Blüten etwa heben sich kontrastreich von dem sterilen Labor und den weißen Kitteln der Wissenschaftler ab.

Vor allem aber ist es die ungewöhnliche Geschichte, die länger in Erinnerung bleibt. Denn was zunächst wie eine Science-Fiction-Erzählung anmutet, entwickelt sich bald zu einem Thriller und Horrorfilm - der ohne jegliche Schockeffekte auskommt, dafür aber auf unterschwellige Spannung setzt. Der Film räumte viele Preise ab. Unter anderem wurde Emily Beecham bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2019 als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Regisseurin Hausner war für die Goldene Palme nominiert.

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