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Schauspieler

Dorfpolizist vom Dienst - Horst Krause wird 80

Potsdam (dpa)

Er heißt im echten Leben wie seine Fernsehfigur: Horst Krause ist als brummiger Dorfpolizist bundesweit bekannt geworden. Zum runden Geburtstag gratuliert nun auch ein Ministerpräsident.

Von Silke Nauschütz, dpa

Horst Krause wird 80. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Wenn Horst Krause mit seinem Hund Vera als Sozius auf dem alten Motorrad durchs Märkische fährt oder resolut durch die warmherzig erzählten Fernsehgeschichten poltert, dann ist dem Zuschauer beste Unterhaltung sicher.

Krause ist so etwas wie eine Garantie für brillantes Charakterspiel, Komik und Schrägheit. Rollen wie die des polternden Dorfpolizisten Krause im Ruhestand sind ihm buchstäblich auf den Leib geschrieben.

An diesem Samstag (18.12.) feiert der beliebte Mime seinen 80. Geburtstag. Das rbb Fernsehen gratuliert am Samstag mit einen Krause-Geburtstagsabend und zeigt die Fernsehfilme «Krauses Braut» und «Krauses Geheimnis» sowie zwei «Polizeiruf 110»-Episoden.

Der Schauspieler selbst will nach Auskunft des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) das Jubiläum im Kreise seiner Familie in Luckenwalde südwestlich Berlins (Teltow-Fläming) feiern. Ob es eine große Tafel geben wird, kann nur gemutmaßt werden - Krause gilt als leidenschaftlicher Esser und guter Koch. Auch welche Gratulanten bei ihm sein werden, ist nicht bekannt.

Seine Filmschwester Elsa, Schauspielerin Carmen-Maja Antoni, hat ihm jedenfalls einen langen Brief zum Jubiläum geschrieben, den er auch schon erhalten hat und den er erst am Geburtstag öffnen will, wie sie der Deutschen-Presse Agentur erzählt.

«Ich hoffe, dass wir uns noch ganz lange kennen und ganz lange zusammenarbeiten können», wünscht sie sich. Es sei ausgesprochen angenehm, mit Krause über viele Jahre zusammenzuarbeiten. «Wir sind fast wie leibliche Geschwister.»

Sie sei stolz, dass er 80 geworden sei, wünsche ihm gerade in dieser Pandemie-Zeit vor allem Gesundheit. Sie werde ihm nacheifern, weil sie ja die Jüngere sei, sagt die 1945 geborene Schauspielerin und lacht. «Die große Feier wird nachgeholt, wenn alle Pandemien im Sande versunken sind, damit wir in Ruhe trinken und essen können», verspricht sie.

Auch Brandenburgs Landesregierung gehört zu den Gratulanten. Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete Krause nach Angaben der Staatskanzlei in einem Glückwunschschreiben mit dessen Rolle des Dorfpolizisten als Brandenburgs pedantischen und gleichzeitig liebenswerten Botschafter. «Seit 25 Jahren verkörpern Sie märkisches Heimatgefühl wie kaum ein Zweiter. Wer vor dem Fernseher sitzend Ihr Sozius wird, fühlt sich zuhause und wird richtig gut unterhalten. Auch ohne viele Worte.»

Woidke äußerte mit seiner Gratulation auch die Hoffnung, dass der Schauspieler noch lange nicht seinen «Dienst quittiert». Nach rbb-Angaben wird 2022 ein weiterer Film der «Krause-Reihe» zu sehen sein. Der Arbeitstitel lautet «Krauses Weihnacht» (rbb/ARD Degeto), wie der Sender weiter mitteilte.

Der Theater- und Filmschauspieler, der 1941 im westpreußischen Bönhof geboren wurde, erlernte den Angaben zufolge zunächst den Beruf des Drehers und studierte dann von 1964 bis 1967 an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Schöneweide. Er spielte unter anderem am Landestheater Parchim, am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt und am Staatsschauspiel Dresden.

1993 wurde er durch die Komödie «Wir können auch anders...» (Regie: Detlev Buck) einem breiten Publikum bekannt. Von 1998 bis 2015 drehte Krause für den rbb 25 Filme der Reihe «Polizeiruf 110» und spielte darin die Figur des Hauptwachtmeisters Krause. Unter anderem wurde er mit dem Deutschen Filmpreis geehrt.

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