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TV-Tipp

Ein eigenes Traumschiff für RTL: «Der Schiffsarzt» startet

München (dpa) -

Mehr als 40 Jahre lang hat das ZDF sein «Traumschiff» schon, jetzt sticht RTL mit einem eigenen Dampfer in See. Etwas mehr Drama gibt es dabei im Vergleich zum Klassiker - aber weniger Nachtisch.

Der Schauspieler Moritz Otto als Schiffsarzt Doktor Eric Leonard an Bord des Kreuzfahrtschiffs «Mein Schiff 3». Foto: Jens Kalaene/dpa

Ein großes Schiff, Dramen auf hoher See - und dann fehlt das erlösende Dessert: Die neue RTL-Serie «Der Schiffsarzt» stellt die Sehgewohnheiten der Fans von Kreuzfahrt-Serien ganz schön auf die Probe. Denn wo beim ZDF-Klassiker die Wunderkerzen auf dem Nachtisch das untrügliche Zeichen dafür sind, dass das Happy End eingetreten ist, mutet RTL seinen Zuschauern am Ende jeder Folge tatsächlich so etwas wie Spannung zu, kleine Cliffhanger sogar.

Das sind sie im Grunde aber schon, die wesentlichen Punkte, die das «Traumschiff» von der neuen Serie unterscheidet, wenn man von den etwas weniger exotischen Reisezielen (Spanien statt Mauritius) mal absieht. Auch beim «Schiffsarzt», der seit dem Sommer bereits im Streamingdienst RTL+ zu sehen war und an diesem Dienstag (20.15 Uhr) Free-TV-Premiere hat, geht es um große und kleine menschliche Dramen - und einen Mann, der immer wieder den Tag rettet.

Komplizierte Operationen auf hoher See

Ist das auf dem «Traumschiff» seit 40 Jahren der Kapitän (derzeit Florian Silbereisen als Max Parger), kommt die Retter-Rolle auf dem RTL-Dampfer der Titelrolle zu: Moritz Otto als Dr. Eric Leonhard. Er führt auf hoher See komplizierte Operationen durch, damit eine Tänzerin endlich wieder hören kann, rettet einem herzkranken Jungen das Leben, therapiert eine Witwe, die den Tod ihres Mannes so sehr verdrängt, dass sie ganz vergaß, dass sie eine Familie hat - und wacht Nacht um Nacht an den Krankenbetten seiner Patienten.

Sein Gegenpart oder Sidekick ist - da ist RTL ganz fortschrittlich - eine Kapitänin: Anna Puck als Henriette Mosbach scheint mehr und mehr angetan vom attraktiven Mediziner und begrüßt den neuen Kollegen grenzwertig übergriffig mit einem Kommentar über sein Aussehen («Endlich mal ein Bewerbungsfoto, das der Realität entspricht.») - nur um sich später darüber zu beklagen, wie ihr Freund und Schiffskellner Joshua Bender (Frédéric Brossier) den neuen Mediziner später beschreibt: «Seltsam, aber sexy - was ein relevantes Kriterium für einen Arzt ist.»

Rückblenden zeigen vergangenes Glück

Seltsam bezieht sich in diesem Zusammenhang vor allem darauf, dass Schiffsarzt Eric eine markant-melancholische Note umgibt. Warum das so ist, findet der Zuschauer auch schnell heraus: Seine Frau - damals im sechsten Monat schwanger - ist seit einem knappen Jahr (nahezu) spurlos verschwunden. Sie wollte zu ihrer Schwester reisen, kam dort aber nie an.

Und seither sucht Dr. Eric Leonard nach ihr und dem gemeinsamen Sohn. Einem Privatdetektiv, den er beauftragt hat, wurde ein Foto zugespielt, das die Verschwundene an Deck des Kreuzfahrtschiffes zeigt. Das ist der Grund, warum der Arzt dort anheuerte. Rückblenden zeigen das vergangene Glück des Paares und der werdenden Familie. Bei all der Melancholie wäre so ein Pudding mit Wunderkerzen aber auch wirklich unangebracht.

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