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TV-Tipp

Ein einsamer Job: Der Thriller «Der Beschützer»

Berlin (dpa)

Personenschützer sind immer häufiger als TV-Helden zu sehen. Tobias Oertel glänzt im Samstagabendkrimi als redlicher BKA-Mann.

Von Klaus Braeuer, dpa

Fiona (Marlene Tanczik) und ihr Beschützer Jan (Tobias Oertel). Foto: Boris Laewen/ARD Degeto/dpa

Eine junge Frau will gegen ihre eigene Firma aussagen, die in einen Skandal um illegale Lieferungen von Giftwaffen in Kriegsgebiete verwickelt ist. Als Kronzeugin wird sie unter Schutz des Bundeskriminalamtes (BKA) gestellt.

Was dann passiert, erzählt am Samstag (20.15 Uhr) der Thriller «Der Beschützer» im Ersten.

Fiona Weibel (Marlene Tanczik) soll also in einem brisanten Prozess gegen ihren Arbeitgeber, eine Schweizer Reederei, aussagen. Kurz zuvor hat sie in Kairo einen Mordanschlag nur knapp überlebt. Ihr Chef und drei andere Menschen wurden jedoch getötet. Für die neue Firmenerbin, die kühle Reederstochter Claire (Anne Müller), ist klar, dass die Zukunft ihrer Firma von Fionas Aussage abhängt. Claire will sie deswegen erpressen. Fiona, die auf einen Inhalator angewiesen ist, wird vom BKA in der Nähe von Hannover versteckt, gerät aber durch Unvorsichtigkeiten und ein Kommunikationsdesaster in Gefahr. Allerdings spielt auch sie selbst - wie Claire - ein seltsames Spiel.

Jan Schäfer (Tobias Oertel) und sein Kollege Marco Lansing (Slavko Popadic) müssen ständig auf der Hut sein, sitzen viel im Auto und dürfen mit der Kronzeugin in einem unheimlichen Haus Schutz suchen. Das alles erledigen sie effizient und ohne Nachfragen, auch zum bevorstehenden Prozess - schließlich wissen sie, dass Gerechtigkeit oft eher Ansichtssache ist.

Temporeicher Krimi

Personenschützer sind spätestens seit dem US-Film «Bodyguard» (1992) und der dänischen Serie «Protectors - Auf Leben und Tod» (2010) beliebte Helden. Sie tauchen regelmäßig in Fernsehfilmen auf, wie zuletzt im ZDF-Film «Nicht tot zu kriegen» (mit Murathan Muslu) oder bald in «Trügerische Sicherheit» (4. April, mit Max Simonischek).

Der Autor Holger Michael Ehnert (54, «Das Geheimnis des Totenwaldes») und Regisseur Philipp Osthus (46, «Hubert & Staller») haben einen hochspannenden und temporeichen Krimi (samt allerhand Leichen) inszeniert, der zumindest stellenweise etwas Humor aufweist und in dem es neben der eigentlichen Geschichte auch Einblicke in das Privatleben des BKA-Mannes gibt. Er ist auf der Suche nach seiner Schwester, die drogenabhängig und seit Jahren verschwunden ist - und er will jetzt den elterlichen Hof im Alten Land verkaufen.

Tobias Oertel setzt seine Karriere fort

Diese Randerzählung scheint entbehrlich und geht zu Lasten der wichtigeren Rahmenhandlung um eine ehrgeizige Justizmitarbeiterin.

Tobias Oertel (46), der nach fünf Jahren und elf Folgen aus der Reihe «Der Bozen-Krimi» (ARD) ausgestiegen ist, gibt Jan Schäfer als eher wortkarge und tatkräftige, einsame und aufrichtig wirkende Figur - wovon es in diesem Film eher wenige gibt.

Was für den Schauspieler einen markigen Charakter ausmacht, verrät er in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa: «Jeder Mensch, der eine Haltung hat, unangepasst ist, ist auch markant.» Nun, das ist in diesem Samstagabend-Krimi erkennbar - und so könnte daraus durchaus eine neue Reihe werden.

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