ZDF-Krimi: "Ins Gesicht geschrieben"

Ein Wilsberg-Krimi der verpassten Chancen

Münster

Das muss man erst mal schaffen: einen Münster-Krimi zu produzieren, in dem Münster nach dem Auftakt nicht mehr vorkommt, der aber auch keinerlei Kapital aus der Gastspiel-Situation in Bielefeld schlägt.

Harald Suerland

Selbst über Offliner Georg Wilsberg (Leonard Lansink) findet die App FACE 23 einige wenige Treffer im Netz in dieser Szene des Wilsberg-Krimi "Ins Gesicht geschrieben". Foto: Thomas Kost

Dem Autor Mario Sixtus ging es offenkundig darum, eine Internet-Story zu schaffen, in die er notgedrungen das Wilsberg-Personal einbauen musste.

Diesem Umstand fiel wohl Kommissarin Springer zum Opfer, und der nach Bielefeld abgewanderte Manni wurde zum Telefon-Phantom degradiert. Ein Potpourri verpasster Chancen – und ohne Lokalkolorit.

Das alles wäre zu verschmerzen, hätte man einen guten Krimi vorgesetzt bekommen. Doch die im Ansatz interessante, aber in der Ausführung hanebüchene Geschichte um „Face 23“ krankte schon an unsinnigen Szenen wie der Hundeattacke, dem Handytausch oder dem albernen Bedrohungsszenario-Countdown.

Regisseur Dominic Müller versuchte, das Ganze wie einen spannenden Krimi aussehen zu lassen, und hatte immerhin interessante Darsteller wie Suzan Anbeh und Mirjam Weichselbraun aufzubieten.

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