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TV-Tipp

«Endlich Witwer - Forever Young»

Berlin (dpa)

Ein Witwer will sich mit Freunden von vor langer Zeit versöhnen. Doch die Wunden sind auch nach Jahrzehnten noch nicht verheilt. Joachim Król in der Fortsetzung einer erfolgreichen Tragikomödie.

Von Klaus Braeuer, dpa

Georg Weiser (Joachim Król, M), Petra Schultheiss (Martina Gedeck, l) und Jürgen König (Peter Lohmeyer) treffen sich nach Jahren wieder. Foto: Hardy Spitz/ZDF/dpa

Ein Mann wollte sich nach langer Ehe von seiner Frau scheiden lassen, doch sie saß plötzlich tot im Fernsehsessel: Die Tragikomödie «Endlich Witwer» war im Mai 2019 ein Quotenhit, fast 7,5 Millionen Zuschauer schalteten ein.

Nun folgt die Fortsetzung. «Endlich Witwer - Forever Young» läuft am Montag um 20.15 Uhr im ZDF. Der plötzliche Witwer heißt Georg Weiser (Joachim Król), und jetzt plant er eine lang ersehnte Fahrt mit dem alten Wohnmobil (samt Musik vom Kassettenrekorder) nach Marrakesch. Endlich möchte er so leben, wie er das schon längst wollte, ungelebte Träume wahr machen - und kein warmes Bier mehr trinken, schon gar nicht mit Eiswürfeln. Doch dann macht die Kupplung schlapp, ausgerechnet auf dem alternativen Bauernhof «Ruheoase» seiner einstigen Freunde Jürgen (Peter Lohmeyer) und Petra (Martina Gedeck).

Seit fast 40 Jahren hatten sie keinerlei Kontakt, auch aufgrund einer missglückten Entführung - nun will er sie wieder besuchen. Doch der Empfang ist außerordentlich frostig, die beiden sind noch immer bitter enttäuscht von Georg, der damals einfach abgehauen ist. Da helfen ein Blumenstrauß, etwas Kuchen und eine Flache Wein gar nichts. Also eilen seine Kinder zu Hilfe: Sohn Gerd (Tristan Seith) und Tochter Susanne (Friederike Kempter), samt eigener Baustellen.

Verbindungen zum Heute

Autorin und Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu (43, «Glück ist was für Weicheier») fängt die wehmütige Stimmung mit ihren einfühlsamen herbstlichen Bildern und klugen Dialogen ein. Ihre Fortsetzung reicht zwar nicht ganz an den ersten Teil heran, steckt aber voller Anspielungen auf früher und schafft Verbindungen zum Heute.

So stellen sich bei ihren drei Hauptfiguren fast alle alten Ideale wieder ein. Das Motto: «Lasst uns das System von unten bekämpfen». Immer wenn es um Themen wie belastetes Grundwasser und den Hofverkauf an einen hochnäsigen Spekulanten geht, eben den, den sie einst entführen wollten, weshalb Jürgen und Petra sogar im Gefängnis saßen.

Joachim Król (64, «Wunderschön») gibt mit leisem Spiel einen einsamen und zynischen Mann, der allzu viele Gelegenheiten in seinem Leben verpasst hat. So blieb ihm halt nur seine Kunstrasenfirma und die falsche Ehefrau - immerhin sind die Kinder wohlgeraten.

Martina Gedeck (60, «Oktoberfest 1900») ist in ihrer Rolle noch ein Rest von Anarchie anzumerken, neben vieler guter Erinnerungen an Georg - auch sie hat sich für den falschen Partner entschieden. In einem ZDF-Statement erklärt sie: «Diese "Ménage à Trois" ist das eigentliche Herzstück des Films. Die Nähe, das Verbundensein, die Zärtlichkeit, die es gibt, wenn man ein Stück Leben miteinander geteilt hat, das weit zurückliegt, sie leuchtet wieder auf und wird lebendig, sobald man sich Jahre später wieder begegnet und sich darauf einlässt, gemeinsam neue Abenteuer zu bestehen.»

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