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Maren Kroymann will Selbstkritik zulassen

Berlin (dpa)

Sie sei altersmäßig jenseits von Gut und Böse. Sagt die Schauspeielrin und Kabarettistin Maren Kroymann. Aber dies kann auch Vorteile haben.

Von dpa

Maren Kroymann ist Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin. Foto: Andreas Arnold/dpa

Maren Kroymann ist durch die Corona-Zwangspause für die Bühnen auf den Gedanken gekommen, sich künftig jedes Jahr eine Auszeit zu nehmen.

«Diese Pausen benötige ich dringend - demnächst geht es also aufs Land in Bayern, zum Digitalfasten und Innehalten», sagte Kroymann in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Die schwierige Zeit der Pandemie hat die Fernseh-, Film- und Theaterschauspielerin nach eigenen Worten bislang gut überstanden: «Viele von uns, die vor der Kamera stehen durften, hatten da einfach Glück. Umso wichtiger ist es, dass wir alle, die diesem Berufsstand angehören, zusammenhalten, uns gemeinsam artikulieren, gegenseitig unterstützen und uns weiterhelfen», sagte die Berlinerin.

In der ZDF-Komödie «Mutter kündigt» am Donnerstag um 20.15 Uhr spielt die 72-Jährige eine Mutter und Großmutter, die zur allgemeinen Überraschung ihrer Familie plötzlich ganz neue Seiten zeigt. «Solche heterosexuellen und mütterlichen Rollen verkörpere ich ja bereits seit 30 Jahren, schon in Serien wie «Oh Gott, Herr Pfarrer» oder «Vera Wesskamp». Heute darf ich nun wieder diese Rollen spielen, die ich nach meinem Coming-out vor 27 Jahren leider nicht mehr spielen durfte. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich altersmäßig mittlerweile als jenseits von Gut und Böse gelte.»

Im Herbst laufen drei neue Folgen ihres Satireformats «Kroymann». Die Schauspielerin dazu: «Ich möchte nicht diese Art von Comedy machen, bei der eine Person dasteht und den Leuten eine bestimmte Meinung einträufelt. Ich finde es schön, im Lachen ein Nachdenken zu provozieren, im besten Falle eine Erkenntnis. Ich mag es auch, das was ich bin - alt, lesbisch, Feministin, rot-grün orientiert, tendenziell vegetarisch -, in die Kritik mit einzubeziehen, dabei auch mich selbst zu veräppeln. Das macht meine Haltung nicht unklarer, im Gegenteil: Selbstkritik zulassen, macht souverän».

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