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TV-Tipp

Melodram mit schwermütigem Hund im ZDF

Zum Karfreitag gönnt das ZDF seinem Publikum einen Film, der sich wohltuend abhebt vom TV-Einerlei aus Krimis und Corona-Talkshows: «Was uns nicht umbringt» ist ein fein inszeniertes Melodram um einen Psychologen, dessen Patienten und ihren Kampf mit sich selbst.

dpa

Max (August Zirner) und Loretta (Barbara Auer) in einer Szene der TV-Beziehungskomödie "Was uns nicht umbringt". Foto: Mathias Bothor

Hamburg (dpa) - Filme wie dieser sind rar im täglichen Fernsehprogramm. In «Was uns nicht umbringt» gerät der feinfühlige Psychologe Max (August Zirner) in innere Konflikte: seine Ex-Frau, seine beiden Töchter und eine Patientin, der er zufällig privat begegnet, fordern ihn. Und dann sind da die Menschen, die seine Beratung suchen in ihren Lebenskrisen und Herzensangelegenheiten.

Regisseurin und Autorin Sandra Nettelbeck gelingt ein sehenswertes Drama voller Melancholie, das bei aller Schwermut auch Witz und Zuversicht durchscheinen lässt und so gar nicht kitschig wird. Es läuft am Karfreitag um 20.15 Uhr im Zweiten.

Besetzt ist der 124-Minuten-Film durchweg mit Schauspielern, die zur Crème de la Crème im deutschsprachigen Charakterfach zählen. August Zirner zeichnet das Porträt eines Psychotherapeuten, dem seine Empathie für seine Patienten manchmal selbst zu viel zu werden scheint, der geradezu stoisch das Gezicke zwischen seiner Ex-Frau und der älteren Tochter über sich ergehen lässt und mit sich ringt, als er Sympathien für Patientin Sophie entwickelt.

Sophie (Johanne ter Steege) will ihre im Scheitern begriffene Beziehung retten und versucht erfolglos ihr eigenes Unglücklichsein in der Spielhalle in ein bisschen Glück zu verwandeln. Beim Schulkonzert trifft sie auf ihren Therapeuten, der ähnlich verloren wirkt wie sie selbst.

Loretta (Barbara Auer), die Ex-Frau von Max, studiert nun und hat eine Affäre mit ihrem jungen Dozenten Fabian (David Rott) begonnen. Der meint es ernst mit der Beziehung, womit Loretta nicht umgehen kann - und so landet auch sie immer wieder im Behandlungszimmer von Max. Denn auch wenn die beiden geschieden sind, verbindet sie eine enge Freundschaft. Sie können nicht mit- und auch nicht ohneeinander.

Der freudlose Bestatter Mark (Christian Berkel) sitzt ebenfalls bei Max auf der Couch, in der Regel zusammen mit seiner hypochondrischen Schwester Henriette (Victoria Mayer). Mark ist erschöpft von den Problemen seiner Schwester und davon, «Menschen unter die Erde zu bringen», wie er sagt, und die trauernden Angehörigen zu begleiten. «Es ist nicht leicht, täglich den Kummer und den Schmerz der anderen in sich aufzunehmen», sagt Max. Und es klingt, als würde er von sich selbst sprechen.

Zu den Patienten gehört Fritz (Oliver Broumis), ein Pilot mit Flugangst, dessen Lebensgefährte im Sterben liegt. Auch Ben (Mark Waschke) sucht Max regelmäßig auf. Dem Mann ist seine Schwermut geradezu ins Gesicht gemeißelt. Ausgerechnet der neue Hund von Max - «der schwermütigste Hund, den ich finden konnte» - baut eine Beziehung zum verschlossenen Ben auf.

Dann kreuzt die zwangsgestörte Tierpflegerin Sunny (Jenny Schily), die im Zoo viermal täglich die Schar der Pinguine durchzählt, Max' Weg - sie irritiert ihn mit ihrem Wissen über seine Vergangenheit.

© dpa-infocom, dpa:210329-99-17332/3

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