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Nach der Varusschlacht: Zweite Staffel «Barbaren»

Berlin (dpa)

2020 feierte Netflix mit «Barbaren» weltweit Erfolge. Nun geht die Saga um die tapferen Cherusker weiter. Die Bedrohung durch Rom ist größer denn je.

Von Christof Bock, dpa

Jeanne Goursaud als Thusnelda und David Schütter als Folkwin Wolfspeer in einer Szene der zweiten Staffel der Serie "Barbaren". Foto: Krzysztof Wiktor/Netflix/dpa

Ein Jahr ist ins Land gegangen seit der großen Varusschlacht. Die Römer haben die verheerende Niederlage inzwischen weggesteckt und sammeln sich stärker denn je in Germanien. Ari der Cherusker (Laurence Rupp) sieht die Entwicklung mit Sorge. Er will die Brüdervölker zu einem neuen Bündnis sammeln. Doch spalten sie Kleinmut und Intrigen. Ari fehlen die 70 000 Krieger des Markomannen-Fürsten Marbod (Murathan Muslu), der auch einst ein römischer Zögling war. Die deutsche Netflix-Serie «Barbaren», 2020 weltweit ein Überraschungserfolg, geht an diesem Freitag in die zweite Staffel.

Jeanne Goursaud als Thusnelda und David Schütter als Folkwin kämpfen ebenfalls wieder in Fellhäuten gegen die verhassten Besatzer. Neu in der Serie dabei ist Daniel Donskoy («Schlafschafe») als Flavus, ranghoher Legionär und jüngerer Bruder des Arminius alias Ari.

Beide waren von Rom als Geiseln verschleppt und im Geiste des Imperiums erzogen worden. Beide fühlen sich zwischen den Kulturen zerrissen. Aber während Arminius in Staffel eins zu seinen germanischen Wurzeln zurückfand und in der Varusschlacht drei römische Legionen vernichtete, bleibt Flavus zu den Römern loyal. In seinen Augen hat Ari sein Leben als Römer zerstört. In einer nebligen Waldlichtung treffen die Brüder mit gezückten Schwertern aufeinander.

Dreh mit Spachbarriere

Dass die Serie auf Deutsch und Lateinisch gedreht wurde, war für Donskoy durchaus eine Herausforderung. Er sagte in einem Interview der österreichischen Zeitung «Standard»: «Ich musste auf Latein, eine Sprache, der ich nicht mächtig bin, den Imperator davon überzeugen, mich nicht zu enthaupten, das Ganze muss voller Emotionen und Abgründe sein.» Bei einer Sprache, die man nicht beherrsche, habe man nicht direkt alle emotionalen Bezüge und Assoziationen zu den Wörtern. «Wenn ich auf Deutsch oder Englisch spiele, dann sage ich: Don’t kill me. Das löst eine Emotion aus, weil ich weiß, was Killing oder Tod bedeutet.» Er habe das lateinische Wort erst mit Emotionen belegen müssen. Und das dann auf Abruf sieben Mal spielen müssen.

Die zweite Staffel der historischen Actionserie wurde in Krakau und Umgebung gedreht. Es sind sechs neue Folgen von je 45 Minuten. Showrunner und Regisseur der meisten Episoden ist der österreichische Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky («Die Fälscher»). Zwei Episoden verantwortet Regisseur Lennart Ruff («Wild Republic»). Wieder einmal wird nicht mit klirrenden Schwertern und fliegenden Speeren gegeizt.

Jan Bennemann von Netflix sagte während des Drehs, «der weltweite Erfolg der ersten Staffel «Barbaren»» habe den Streamingdienst darin bestärkt, dass man «mit lokalen Geschichten von lokalen Kreativen und Talenten» ein großes internationales Publikum begeistern könne.

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