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ZDF-Unterhaltungschef Oliver Heidemann im Interview

Nah dran an Gottschalk, Böhmermann und Co.

Münster

Als Unterhaltungschef des ZDF kennt Oliver Heidemann Prominente wie Gottschalk, Böhmermann oder Lanz natürlich personlich. Uns hat er einen Einblick in seinen (Berufs-)Alltag gegeben. 

Von Laureen Winterstein und Maik Wolke-Hanenkamp

Entertainer Thomas Gottschalk (gr. Bild) darf demnächst wieder mit einem Anruf von ZDF-Unterhaltungschef Oliver Heidemann rechnen. Die nächste „Wetten, dass..?“-Ausgabe naht. Foto: ZDF/Jana Kay/Sascha Baumann

Oliver Heidemann ist seit 2014 Unterhaltungschef des ZDF und verantwortlich für Sendungen und Shows wie „Wetten, dass..?“, „ZDF Magazin Royale“ oder die „heute-show“. Im Interview spricht er über sein Studium in Münster, Hate-Speech im Internet und die Work-Life-Balance zwischen Telefonaten mit Gottschalk und Böhmermann.

Herr Heidemann, Sie haben in Münster studiert und wurden in Musikwissenschaft promoviert. Hatten Sie in den letzten Jahren die Möglichkeit, Ihrer Studienstadt mal wieder einen Besuch abzustatten?

Oliver Heidemann: Leider viel zu selten! Ich hatte vor zehn, zwölf Jahren mal eine Musiksendung mit Götz Alsmann. Unsere Drehbuchbesprechungen fanden immer bei einem Bier in einem Restaurant am Aasee statt. Da es die Sendung nicht mehr gibt, hatte ich auch keinen Grund mehr, nach Münster zu kommen. Das ist sehr schade, weil ich die Stadt immer sehr gemocht habe.

Sie sind für eine große Anzahl an Unterhaltungsshows beim ZDF zuständig. Das hört sich nach viel Arbeit und Verantwortung an. Macht das auch wirklich Spaß?

Heidemann: Natürlich! Am meisten Spaß macht mir die Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen. Das gibt mir wirklich viel. Aber auch die Möglichkeit, bei vielen Sendungen kreativ zu sein, macht mich glücklich und zufrieden. Das Comeback von „Wetten, dass…“ im vergangenen Jahr zum Beispiel war auch für mich ein bedeutsames Ereignis und ein emotionaler Höhepunkt.

Und wie sieht es mit der Freizeit aus?

Heidemann: Leider passt nicht immer alles in die Tagesagenda hinein, was meine Familie natürlich auch nicht gerade freut. Wenn etwa ein Künstler im „Fernsehgarten“ die falsche Kappe trägt und Werbung für irgendein Produkt macht, ruft bei uns um 14.20 Uhr die „Bild-Zeitung“ an, während ich mit meinen Kindern im Schwimmbad sitze und Eis esse. Und da Jan Böhmermann am späten Freitagabend sendet, muss man auch samstags damit rechnen, sich mit Kontroversen auseinandersetzen zu müssen.

Oft findet die Kritik ja digital statt. Wie gehen Sie mit Kritik in sozialen Netzwerken um?

Heidemann: Natürlich ist Hassrede im Netz eine Herausforderung für uns. Auf Twitter gibt es viele Kommentare während einer Live-Sendung. Überhaupt ist Twitter inzwischen zu einem Zweitmedium geworden, bei dem es manchmal lustiger ist, den Tweets zu folgen als der eigentlichen Sendung. Freie Meinungsäußerung ist ein wichtiges demokratisches Gut. Was aber auf keinen Fall geht, sind Beleidigungen oder Schmähungen. Da müssen wir natürlich aufräumen.

Haben Sie auch persönlichen Kontakt mit Prominenten wie Gottschalk, Böhmermann oder Lanz?

Heidemann: Ja, mit allen! Wir telefonieren häufig und versuchen uns regelmäßig zu treffen. Nächste Woche fahre ich wieder nach Köln zu Jan (Böhmermann, Anm. der Red.), weil wir uns eine Zeit lang nicht gesehen haben. Mit Gottschalk bin ich demnächst verabredet, um die nächste „Wetten, dass..?“-Sendung zu besprechen. Auch mit Markus Lanz telefoniere ich häufig. Ich bin nah dran an allen, und das muss auch so sein. Das ist manchmal anstrengend, macht aber auch Spaß.

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