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TV-Tipp

Siebte «Brocken»-Folge im Ersten

Sankt Andreasberg (dpa)

Holz schnitzen, Bogenschießen, Feuer machen: Eigentlich könnte ein Überlebenstraining im Wald ganz unterhaltsam sein. Doch es würde nicht zur ARD-Reihe «Harter Brocken» passen, wenn es so idyllisch bliebe.

Von Marco Krefting, dpa

Adam (Hassan Akkouch, r) bedroht Koops (Aljoscha Stadelmann) - Zarah (Sabrina Amali) versucht ihn zu beruhigen. Foto: Kai Schulz/ARD/dpa/dpa

Für Dorfpolizist Frank Koops steht der im Grunde schlimmste Tag im Jahr an - sein Geburtstag. Und nicht nur das: Kollegin Mette plant eine Überraschung. Samt Kuchen, Kerzen, Gesang und Geschenk. Damit Koops nicht so überrascht ist, warnt ihn sein Kumpel und Mettes Mann Heiner schon mal vor. Doch hartnäckig weigert sich der Polizist, den Umschlag mit dem Geschenk zu öffnen.

Nützt nichts: Mette hat ihrem Kollegen ein Survival-Wochenende im Harz geschenkt - und ihren Mann gleich mitgeschickt. Holz schnitzen, Bogenschießen, Unterkünfte bauen, Feuer machen und Essen aus den Zutaten kochen, die der Wald bietet. Klingt erstmal unspektakulär. Doch für das Duo wird der Ausflug zum gefährlichen Spionagethriller.

Das Erste zeigt die siebte Folge aus der Reihe «Harter Brocken» um Hauptdarsteller Aljoscha Stadelmann am Samstag (20.15 Uhr). Wie gewohnt bekommt es die kleine Polizeiwache in Sankt Andreasberg auch in der Episode «Das Überlebenstraining» mit Großkriminellen zu tun.

Dieses Mal hat ein Gangster-Pärchen ein kleines Gerät gestohlen, mit dem ein Impuls gesendet werden kann, der alle Elektronik im Umkreis von einem Kilometer zerstören soll. Gut geeignet, um zum Beispiel in einem Krieg Drohnen und anderes militärisches Equipment lahmzulegen. Und um nicht viel weniger geht es den beiden Dieben auch.

Nachdem sie schon ein Blutbad hinterlassen haben und nach ihnen gefahndet wird, schleusen sie sich mit falschen Identitäten in das Überlebenstraining im Harz ein. Doch Dorfsheriff Koops kommt ihnen schnell auf die Schliche - und lässt sie das auch wissen.

«Ich könnte jetzt entscheiden, dass ihr alle sterbt, Frank», sagt die Verbrecherin. «Und zwar innerhalb von zehn Sekunden.» Ob er unbedingt den Held spielen müsse, will sie von dem Polizisten wissen. Antwort: «Ich will kein Held sein. Ich will Unschuldige beschützen.»

Seit 2015 zeigt das Erste die Filme um Koops und seine Freunde aus dem Harz. Ursprünglich gar nicht als Reihe geplant, entwickelten sich die Folgen als Quotenschlager. Teil sechs erzielte im Mai vergangenen Jahres mit mehr als sieben Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen einen Marktanteil von über 23 Prozent. Inzwischen schreiben andere Autoren die Reihe fort, dieses Mal ist es Benjamin Hessler.

Er webt eine Geschichte im Dickicht des Harzes rund um weltpolitische Themen. Es geht um den Kampf ums Überleben und ums Überleben-Spielen. Es geht um Krieg, Kollateralschäden und die Frage, wie weit man gehen darf, wenn es um Gerechtigkeit geht. Gerade dieser Tage bekommt der Film damit eine sehr ernste Dimension, die frühere Folgen so vielleicht nicht hatten. Wobei auch da ständig Behäbigkeit und Landidylle kontrastreich auf Verbrechen in großem Stil trafen.

«Koops ist selbst frei, unkonventionell, auch wenn er seinen Beruf total ernst nimmt und integer ist», sagt Schauspieler Stadelmann laut Presseheft über den Dorfpolizisten. An dessen Grundwerten scheint auch nichts und niemand rütteln zu können.

Und in manchen Momenten zieht Koops sich zurück und schnitzt eine kleine Figur, der dieses Mal eine ganz besondere Rolle zukommen soll. Die Specksteinfiguren würden nach dem Dreh gesammelt und gehütet, erzählt Stadelmann. «Jede Figur erzählt eine kleine subtile Geschichte, die nur Frank kennt und die ihm viel bedeutet.»

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