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TV-Tipp

Sozialkomödie: «Der Rosengarten von Madame Vernet»

Paris (dpa) - 

Der Rosenzüchterin Eve droht die Pleite. Können drei Helfer aus einem Resozialisierungsprogramm die Wende bringen? Kino aus Frankreich, das mehr ist als ein «Feel Good»-Film.

Von Sabine Glaubitz, dpa

Madame Vernet (Catherine Frot, 2.v.l.) mit ihrem neuen Helfer-Trio im Rosenbeet. Foto: -/MDR/ARD Degeto/Neue Visionen Filmverleih/dpa

Freunde des französischen Kinos müssen vor dem Fernseher oft lange wachbleiben. Auch die charmante Komödie «Der Rosengarten von Madame Vernet» läuft leider etwas versteckt am Montag im MDR Fernsehen um 23.10 Uhr. Ein lohnendes TV-Erlebnis.

Worum geht es? Eve Vernet, die Heldin des Films von Pierre Pinaud, gehörte einst zu den bedeutendsten Rosenzüchterinnen Frankreichs. Heute steht sie mit ihrer Rosenfarm kurz vor dem Bankrott: Zahlungsaufforderungen stapeln sich im Büro - und Geld für Mitarbeiter fehlt.

Ihre treue Sekretärin Véra glaubt, eine Lösung gefunden zu haben. Sie heuert im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms Fred, Nadège und Samir an, um das Gehaltskosten zu reduzieren. Damit beginnt ein einzigartiges Abenteuer um den Erhalt der Vernet-Familiengärtnerei - und eine zutiefst menschliche und charmante Geschichte.

«Der Rosengarten von Madame Vernet» (2020) ist der zweite Langfilm des französischen Regisseurs und Drehbuchautors Pinaud. Nach dem Melodram «Sag, dass du mich liebst» hat er sich für eine behutsame Komödie entschieden, die mehr ist als ein «Feel Good»-Film.

Pinaud baut mit Humor und Behutsamkeit tiefgründige Themen ein wie die Angst vor dem sozialem Abstieg, der Kampf gegen Großindustrielle und die Schwierigkeit von Außenseitern, sich in einer von Effizienz, Leistung und Erfolg besessenen Gesellschaft ihren Platz zu finden. 

Blumen und schöne Landschaften

Pinaud hat eine Sozialkomödie gedreht, die seine ganze Leidenschaft für Blumen zum Ausdruck bringt. Denn als er elf Jahre alt war, schenkten seine Großeltern ihm und seinem Bruder einen Teil ihres Gartens, den die zwei zu einem Ort des Träumens, Lesens, Ausruhens und Nachdenkens gestalteten. Wie Pinaud in seinen Interviews sagte, sei dieser Garten seine erste Erfahrung mit Regie und Inszenierung von Raum gewesen.

In rund eineinhalb Stunden versinkt der Zuschauer in eine Welt aus Rosen und herrlichen Landschaftsbildern aus dem Burgund. Der Film ist eine Reise durch bezaubernde Farben und Düfte, die durch olfaktorische Beschreibungen erahnbar werden, eine Sozialkomödie über die Schönheit der Rosen und die Schönheit menschlicher Beziehungen.

In der Hauptrolle spielt überzeugend die in Frankreich preisgekrönte Catherine Frot («Madame Marguerite und die Kunst der schiefen Töne») in einer für sie typischen Frauenrolle: nach außen hin schroff und abweisend, innerlich verletzlich und zutiefst human.

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