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TV-Tipp

Susan Sideropoulos über Jahre der Sinnkrise

Berlin (dpa) –

Bis zu ihrem dramatischen Serientod ist Susan Sideropoulos das Gesicht von «GZSZ», dann stürzt sie ein TV-Flop in eine Sinnkrise. Wie ist das, wenn plötzlich keiner mehr anruft - und wie kommt man da raus?

Von Meyel Löning, dpa

Leon (Daniel Fehlow) und Verena (Susan Sideropoulos) in einer Szene aus «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» von 2011. Foto: Rolf Baumgartner/RTL/dpa

Es gab tödliche Schüsse, Vergiftungen – ein Fiesling wurde sogar mit einer Ananas erschlagen. 52 Serientode mussten die Zuschauer der RTL-Serie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» in knapp 30 Jahren vor dem Fernseher verkraften, wie ein Sprecher auf dpa-Anfrage verriet.

Den tragischsten Tod – da sind sich die meisten Fans in Umfragen einig - starb Susan Sideropoulos als Verena Koch, als sie 2011 nach einer Autopanne beim Aufstellen des Warndreiecks von einem Bekannten totgefahren wurde. Mehr als zehn Jahre später feiert Susan Sideropoulos im «GZSZ»-Spinoff «Leon - Glaub nicht alles, was du siehst» (20.15 Uhr, RTL) ihr Comeback - und das Ende einer Sinnkrise.

«Ich bin ein emotionaler All-in-Mensch. Ich laufe in jeder Lebensphase Gefahr, auch zu fallen», sagt die Berliner Schauspielerin im Interview der Deutschen Presse-Agentur. 2021 schrieb sich die 41-Jährige in ihrem Buch «Rosarotes Glück» den Tiefpunkt ihres beruflichen Lebens von der Seele.

Was war passiert? Vier Jahre nach ihrem «GZSZ»-Ausstieg («Ich hatte meine zwei Kinder bekommen, das ging einfach nicht mehr») erhält Sideropoulos die Hauptrolle in der auf 287 Folgen angesetzten Sat.1-Vorabendserie «Mila». Als die Serie anläuft, fühlt sie sich «wie im Himmel». Zehn Tage später ist Sideropoulos das Gesicht einer der brutalsten Absetzungen der TV-Geschichte.

Die Quoten sind zu schlecht. Den Anruf habe sie noch im Ohr: «"Mila" wird umgehend abgesetzt, heute lief die letzte Folge.» Nach zehn Jahren als omnipräsentes «GZSZ»-Gesicht muss sie plötzlich auf Jobs warten. Aber nichts passiert.

Und dann erinnert sich Sideropoulos in ihrem Buch an den Moment, «ab dem ich mein Sofa nicht mehr verließ». «Was kann ich schon tun? Ich bin machtlos, ich kann nur warten» - mit diesem Mindset geht es All-in in eine Sinnkrise. «Vielen ist nicht bewusst, dass wir als Schauspieler wahnsinnig fremdbestimmt sind», sagt sie. «Der Caster muss "ja" sagen, der Produzent, der Sender. Es müssen alle Rädchen ineinandergreifen. Das Warten ist ein großer Teil dieses Jobs.»

Sideropoulos tut sich schwer, damit umzugehen. Dann lädt sie ihr Ehemann, Jugendliebe Jakob, zu einem Perspektivwechsel ein, der Wiederentdeckung ihrer rosaroten Brille. Jetzt sagt sie: «Ich bin überzeugt, dass wir nicht machtlos sind. Wir müssen die Energie behalten, die Macher zu sein, und uns die Freude bewahren.» Dann komme das Positive auch. «Die Lösung ist niemals im Außen.» Ein Credo, mit dem gerade in der Pandemie viele Menschen zunehmend das Achtsamkeitstraining für sich entdeckt haben.

Wenn man loslasse und vertraue, zahle es sich aus. Zuletzt war Zahltag: Sideropoulos ist wieder da - als Moderatorin, als Autorin und natürlich als Schauspielerin.

Im «GZSZ»-Spinoff kehrt sie in das Leben ihres Serien-Ehemanns Leon Moreno (Daniel Fehlow) zurück. Diesmal als Sarah Elsässer, die Verena Koch zum Verwechseln ähnlich sieht und auf Rügen vor einem Stalker flüchtet. Der 46-jährige Fehlow ist - mit Pausen - seit fast 26 Jahren bei «GZSZ». Kehrt Sideropoulos jetzt auch zurück? «Ich sage grundsätzlich niemals nie – auch nicht zu einem "GZSZ"-Comeback.»

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