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„Peter Hase“: Perfekter Familienfilm

Alles im Gemüsegarten

Perfekter als zu Ostern kann der kindertaugliche Familienfilm „Peter Hase“ nicht kommen. Was sich die englische Autorin Beatrix Potter 1901/02 ausdachte, schrieb, illustrierte und zunächst als Privatdruck veröffentlichte, ist auf der Leinwand zu einem anfangs turbulenten, später für die Kleinsten fast zu komplexen Familienabenteuer über Freundschaft und Vorurteile geworden.

Hans Gerhold

Peter Hase (2.v.r.) und seine Schwestern freunden sich mit Nachbarin Bea (Rose Byrne) an. Foto: Sony Pictures

Aus den insgesamt 23 Büchern im handlichen Kleinformat über den schlauen Hasen und Gemüsedieb Peter Rabbit und seine Freunde wie das Eichhörnchen, das Schweinchen und selbst den Fuchs haben die Drehbuchautoren Will Gluck (auch Regie) und Rob Lieber die ausgesucht, die man sich in der Gegenwart vorstellen kann.

Also suchen in der supertollen Mischung aus Realfilm und CGI-Animation der clevere Peter (deutsche Stimme: Christoph Maris Herbst) und seine drei Schwestern Flopsi (Heike Makatsch), Mopsi (Jessica Schwarz) und Wuschelpuschel (Anja Kling) immer wieder den Gemüsegarten von Mr. McGregor heim, der einst Peters Papa zu Pastete verarbeitete. Rache heißt: mit den Zähnen die besten Möhren klauen und knabbern.

Nun ist „Peter Hase“ zum Glück kein Hasenwitz („hattu Pechehabt“), sondern ein eminent sympathischer Film über Feinde, die zu Freunden werden, weil man sich – gibt es das heute noch? – entschuldigt für die Fehler, die man sich im Zuschreiben von Fehlern auf andere geleistet hat.

Soviel zur erzählerischen Tiefenschicht. Auf der Oberfläche rast der Film in den ersten 15 Minuten auf Speed, als müsste die Erinnerung an die Kaninchensaga „Watership Down – Unten am Fluss“ überrannt werden. Peter verteilt Sprüche am laufenden Band, die Sause im Haus von McGregors Neffe Thomas (Domhnall Gleeson spielt das schön verrückt, als wäre er selbst ein wild gewordener Nager) erinnert an die Schafe um „Shaun das Schaf“, die Party feiern, wenn der Bauer weg ist.

Hier leisten sie sich ein irres Hütchenspiel und gehen gegen McGregors Elektrostacheldraht und Sprengstoff mit eigenen fiesen Tricks vor. Das kann schließlich nur die tierliebe Nachbarin Bea (Rose Byrne) retten, die Thomas und die wilden Hasen zähmt. Nun ja! Knabber knabber!

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