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Antiker Recke im Aggro-Rausch

„Black Adam“: Verpatzter DC-Superheldenfilm mit Dwayne Johnson

Der zwölfte Film des „DC Extended Universe” ist leider kein Ruhmesblatt für den Comic-Giganten und Marvel-Konkurrenten DC. Ein wirrer Plot und eine im Tonfall unentschiedene Regie enttäuschen jene, die sich von diesem Spin-Off des deutlich gelungeneren Vorgängers „Shazam!” ein Highlight erwartet hatten.

Von Gian-Philip Andreas

Was hat der Goldhelm-Zauberer (Pierce Brosnan, l.) mit dem schwarzen Adam (Dwayne Johnson) vor? Foto: Frank Masi/Warner Bros./dpa

Keine neue Erkenntnis: Das Kino-Universum aus dem Hause DC hat in mittlerweile neun Jahren nie so viel Anklang finden können wie die Konkurrenz von Marvel. Zu viel Unausgegorenes und Halbdurchdachtes veranstalteten die Produzenten der Comicschmiede mit ihren Helden rund um Bat- und Superman. Mit der unbekümmert-sarkastischen Söldner-Sause „The Suicide Squad“ schien es im vergangenen Jahr dennoch so, als wäre da endlich mal wieder der richtige Ton getroffen worden, und die Vorfreude auf „Black Adam“ wuchs, schließlich firmiert das Actionspektakel um den titelgebenden Antihelden als Spin-Off von „Shazam!“, der wiederum (neben dem ersten „Wonder Woman“-Teil) zu den wenigen Highlights der bisherigen DC-Filme zählte.

Das Ergebnis aber enttäuscht nun. Dwayne „The Rock“ Johnson, der als charmanter Fleischberg schon so manche tumbe Leinwandklopperei erträglich machte, schnetzelt sich als von ägyptischen Gotteskräften befeuerter Wutwürger durch einen an Dürftigkeit kaum zu unterbietenden Plot. Erst in Gegnerschaft zu, dann an der Seite einer Superhelden-Supereinheit namens Justice Society of America – einem Avengers- oder X-Men-Verschnitt, dem unter anderen ein Flattermann (Aldis Hodge, „One Night in Miami“), eine Ant-Man-Kopie (Noah Centineo, „To All the Boys I’ve Loved Before“) sowie der leibhaftige Ex-Bond Pierce Brosnan als weißbärtiger Zauberer mit Goldhelm angehören.

Zwischen Actionkomödie und Kriegsheldenschlachtplatte

Mühselig wird die Mythologie referiert, der zufolge Adam ein Heros ist, der vor 5000 Jahren das fiktive Land Kahndaq vor einem Diktator rettete. Archäologin Adrianna (Sarah Shahi, „Fairly Legal“) holt ihn ins Jetzt, nimmt ihn mit ihrem kleinen Sohn unter ihre Fittiche und kämpft an seiner Seite gegen Terroristen. Warum die US-Einheit dabei ungefragt imperialistisch mittut und ob Black Adams Gewaltansatz der Problemlösung förderlich ist – das sind Fragen, die zwar kurz angerissen werden, sogleich aber im unentschlossen zwischen Actionkomödie und pathetischer Kriegsheldenschlachtplatte pendelnden Stilmix untergehen.

Regisseur Jaume Collet-Serra („The Shallows“) setzt dabei vorrangig auf digitale Tricks, die das ganze Getöse, Geblitze und Gedröhne in einer indifferenten Bildersoße untergehen lassen. Wenig wird davon bleiben.

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