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„Der Pfad“: Herziger Abenteuer- und Fluchtfilm

Auf Schmuggelpfad und Bergtrassen

Ein vom Vater getrennter 12-Jähriger schlägt sich 1940 mit einer gleichaltrigen Spanierin auf der Flucht vor Nazis durch die Pyrenäen. Auf einer wahren Geschichte beruhender herziger Abenteuer- und Fluchtfilm mit Hoffnung und Mut vermittelnden Jungschauspielern.

Von Hans Gerhold

Rolf (Julius Weckauf, oben) und Nuría (Nonna Cardoner) müssen sich in den Pyrenäen ohne die Hilfe Erwachsener durchschlagen. Foto: Warner Bros.

Kriege bringen Familien auseinander, gehen mit Tod einher, zerstören Menschlichkeit und erzeugen Angst. Dass gerade der kindliche Blick der naiven Weltsicht und des unbefangenen Miteinanders eine Hilfe für die Seele sein kann, zeigt das auf einer wahren Geschichte beruhende Abenteuer-Drama „Der Pfad“, in dem nichts weniger als Nazis und die Pyrenäen überwunden werden müssen.

Die Familie Kirsch flieht 1940 von Berlin nach Paris. Während die Mutter eine Überfahrt nach New York erhält, wollen sich Vater Ludwig (Volker Bruch) und der 12-jährige Sohn Rolf (Julius Weckauf) über Marseille, die Pyrenäen und Spanien bis nach Lissabon durchschlagen. Als der Vater unterwegs verhaftet wird, hat Rolf nur die gleichaltrige Nuría (Nonna Cardoner) zur Seite, die ihnen als Führerin über Schmuggelpfad und Bergtrassen geholfen hatte.

Wie sich die Kinder durchschlagen, ist von Regisseur Tobias Wiemann („Amelie rennt“) als herzige Mischung aus Abenteuer- und Kinderfilm inszeniert worden, die den richtigen Ton findet und dem kürzlich gelaufenen ähnlich gearteten Fluchtfilm „Nur ein einziges Leben“, wo die Pyrenäen eine Hauptrolle spielen, ähnelt.

„Der Pfad“ lebt von fantastischen Landschaftsaufnahmen und den Jungschauspielern. Während Nonna Cardoner einen Wildfang mit Schiebermütze gibt, ist Julius Weckauf („Der Junge muss an die frische Luft“) als freundlicher Großstadtjunge mit Erich Kästners „Der 35. Mai“ im Gepäck Idealbesetzung. Wie sich das Paar voll Mut und Hoffnung durch Gebirge und raue Natur schlägt, im Wald Partisanen begegnet und vor Soldaten flieht, ist spannend und auch für Erwachsene sehenswert.

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