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Kino-Kritik

„Das schweigende Klassenzimmer“

Eine wahre Geschichte aus der jungen DDR: 1956 erfahren die angehenden Abiturienten Kurt und Theo per Zufall vom gescheiterten Ungarischen Volksaufstand gegen die sowjetische Besatzungsmacht. 

wn

Die angehenden Abiturienten legen sich mit den Parteibonzen der DDR an. Foto: Studiocanal

Sie überreden ihre Mitschüler in Stalinstadt (wie Eisenhüttenstadt damals noch hieß) dazu, im Unterricht eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer abzuhalten. Was als moderater Protest gemeint war, wird zum Politikum: Der Direktor (Florian Lukas) wiegelt noch ab, doch bald schon kümmern sich Kreisschulrätin Kessler (Jördis Triebel) und Volksbildungsminister Lange (Burghart Klaußner) persönlich um die Aufsässigen – sie drohen ihnen, in der ganzen DDR kein Abitur mehr machen zu dürfen.

Wie die Parteischranzen versuchen, die Schüler mit perfiden Methoden ausein­anderzudividieren, davon erzählt der neue Film von Lars Kraume („Der Staat gegen Fritz Bauer“) ebenso packend wie von der Elterngeneration (darunter Ronald Zehrfeld), die sich durch den Mut der Jugendlichen unangenehm an das erinnert fühlt, was ihr zur Nazizeit selbst abging.

Das auf einem Buch des Zeitzeugen Dietrich Garstka basierende Zeitbild erinnert an die Wichtigkeit von Zivilcourage in totalitären Systemen, ist aber leider, wie eigentlich so viele vom Fernsehen co-finanzierte deutsche Filme, inszenatorisch sehr bieder geraten.

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