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„Saw: Spiral”: Weiterer Aufguss der Splatterfilm-Reihe

Die Folter geht weiter

Schon zweimal war das Ende der mit jedem Teil dumpfer und unorigeneller gewordenen Splatterfilmreihe „Saw” verkündet worden. Doch schon wieder kommt sie zurück. In „Spiral” sind zwar Stars wie Chris Rock und Samuel L. Jackson dabei – am ebenso brutalen wie öden Folterhorror-Konzept halten die Macher leider fest.

Von Gian-Philip Andreas

Banks (Chris Rock, l.) und Schenk ( Max Minghella) suchen gemeinsam einen fiesen Killer. Foto: dpa

Dankbar hatte man die spätestens ab dem vierten Teil in dumpfestmögliche Folterhorror-Abgründe hinabgesunkene „Saw“-Filmreihe als eingemottet abgespeichert. Die letzte Reanimierung, „Jig­saw“, war so unterirdisch, dass wirklich niemand weiteren Nachschub erwartet hätte. Doch, oh je, die Zuschauerfolter geht weiter – auch wenn die Macher angestrengt versuchen, das Ganze als Neuaufstellung zu verkaufen. Im Original trägt der Film denn auch kein „Saw“ im Titel, der deutsche Verleih geht diese Verschleierungstaktik allerdings nicht mit.

Neu an Teil 9 ist die Starbesetzung – mit Komiker Chris Rock („Top Five“) und „Pulp Fiction“-Star Samuel L. Jackson sind zwei Hochkaräter dabei – und der Versuch, den Film als Polizeikrimi aufzuziehen. Rock spielt den zynischen Cop Banks, dem der junge Detective Schenk (Max Minghella aus „The Handmaid’s Tale“) an die Seite gestellt wird. Gemeinsam suchen sie einen Killer, der mit ähnlich sadistischer Folterlust vorgeht wie „Saw“-Serienmörder Jigsaw. Dann wird Banks’ Vater (Jackson) entführt.

Während in den Dialogen noch angestrengt versucht wird, mit dem Thema Polizeikorruption Bedeutsamkeit vorzutäuschen, wird rasch deutlich, dass es Regisseur Darren Lynn Bousman (der schon die Teile zwei bis vier verantwortete) wieder mal nur um einen FSK-18-Parcours möglichst brutaler Foltermorde geht. Wer’s braucht.

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