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„Catweazle”: Routinierter Kinderfilm mit witzigem Otto Waalkes

Die Rückkehr des Zauselzauberers

An die aus heutiger Sicht rührend dilettantisch gemachte Fernsehserie aus den frühen SIebzigern erinnern sich heute nur noch die Eltern. Otto Waalkes kennt aber selbst heute noch jedes Kind. Beides kommt zusammen in dieser Kinderfilmversion der alten Serie, die allerdings ein bisschen zwischen den Stühlen hängenbleibt.

Von Gian-Philip Andreas

Benny (Julius Weckauf) wird für Zauselzauberer Catweazle (Otto Waalkes) zum Helfer. Foto: Tom Trambow

Otto bleibt Otto – ob man ihm nun einen zauseligen Ziegenbart anklebt oder nicht. Das ist auch in „Catweazle“ nicht anders, der Neuverfilmung jener Geschichte vom britischen Zauberer, den es aus Versehen aus dem 11. Jahrhundert ins Heute verschlägt und die zum ersten Mal 1970 in einer TV-Serie erzählt wurde.

Ottos Catweazle sieht dem Original sehr ähnlich, was durchaus verblüfft, ist der 72-jährige Otto Waalkes doch fast dreißig Jahre älter als Catweazle-Darsteller Geoffrey Bayldon damals. Auch mit vogelscheuchenhafter Gesichtsbehaarung setzt Otto auf seine üblichen Hoppel-Standards und nordisch abgelieferte Gags. Überraschenderweise passt das gut zur aus der Zeit gefallenen Figur dieses maroden Merlin, der, einmal in der deutschen Provinz gelandet, über die Technologien der Moderne staunt – der Zeitreisen-Kulturschock war ja schon die Witzgrundlage der Serie.

Dooferweise aber wird Otto, dem mit Sven Unterwaldt als Regisseur und „Titanic“-Autor Bernd Eilert als Gagschreiber gleich zwei langjährige Kollaborateure zur Seite stehen, hier in ein Szenario verpflanzt, das weder Fans der Serie noch eingefleischte Ottoisten richtig zufriedenstellen dürfte. „Catweazle“ ist eher ein Kinderfilm, in dem es weniger um die Titelfigur als um den gemobbten Jungen Benny geht.

Dessen Darsteller Julius Weckauf ist aus „Der Junge muss an die frische Luft“ in bester Erinnerung, doch der Plot, in dem er mit Freundin Lisa Catweazles Zauberstab vor einer fiesen Auktionärin (Katja Riemann) retten muss, wirkt schon sehr generisch. Dennoch ist der Spaß unterhaltsam genug für einen ersten Kinobesuch mit der ganzen Familie nach langer Pause.

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