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„Thunder Force”: Unlustige Fantasy-Klamotte mit Octavia Spencer und Melissa McCarthy

Ein Superserum der Langeweile

Seit „Brautalarm”-Star Melissa McCarthy nur noch in den Komödien ihres Ehemannes Ben Falcone dreht, sinkt das Witzniveau. In der neuesten Kollaboration „Thunder Force” bildet sie nun mit Oscarpreisträgerin Octavia Spencer ein Team im Kampf gegen Superschurken. Witzig wird das leider nie.

Gian-Philip Andreas

Melissa McCarthy und Octavia Spencer und kämpfen gegen Superschurken – und wohl auch gegen die eigene Unlust bei den Dreharbeiten. Foto: HOPPER STONE/NETFLIX 

Nichts gegen Melissa McCarthy. Die zweifach oscarnominierte Schauspielerin hat ihr Talent für krachlederne Krawallkomik (Highlight: „Brautalarm“) schon genauso oft bewiesen wie ihre Fähigkeit, in Dramen komplexe Charaktere zu zeichnen (Highlight: „Can You Ever Forgive Me?“). Leider aber tritt sie seit einigen Jahren nahezu jährlich in den wirklich schlimm unlustigen Possen ihres Ehemanns Ben Falcone auf: Dessen Regiekünste sind beklagenswert dürftig, und wer zuletzt etwa schon „Superintelligence“ oder „How to Party with Mom“ durchgestanden hat, könnte „Thunder Force“ nun als ultimative Herausforderung und Härtest begreifen.

McCarthy bildet darin ein Team mit Oscarpreisträgerin Octavia Spencer („The Help“) – im Kampf gegen von kosmischer Strahlung böse gemachte Superschurken. Was in versierten Händen eventuell eine nette Parodie auf die omnipräsenten Comic-Blockbuster hätte werden können, entpuppt sich als superlahme Klamotte mit Gags von vorgestern und Action von der Resterampe.

Spencer spielt die steinreiche Wissenschaftlerin Emily, die ihr Leben der Entwicklung eines Superkraftserums widmete, mit dem sie es den Schurken zeigen will. Denn die haben ihre Eltern auf dem Gewissen. Leider spritzt sich ihre alte Freundin Lydia (McCarthy) das Zeug versehentlich selbst, weshalb Emily nur noch ihre Unsichtbarkeitstropfen bleiben. Gemeinsam bilden sie die „Thunder Force“, doch dröhnend wie Donner ist hier nur die Unlust der Beteiligten. Kurze Momente des Aberwitzes steuert allenfalls Jason Bateman („Arrested Development“) bei, der als Krabbenmann mit Krabbenscheren an den Armen so spielt, als sei er aus einer besseren Komödie zu Besuch hereingeschneit.

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