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„Der Rosengarten von Madame Vernet“

Eine goldene Gärtnerei - duftige Komödie

Eine vor dem Bankrott stehende Rosengärtnerin will ihren Betrieb vor dem Zugriff eines Konzerns retten. Wunderbar von Catherine Frot gespielte Komödie und Tribut an die Rose an sich.

Von Hans Gerhold

Madame Vernet (Catherine Frot) führt die junge Angestellte Nadège (Marie Petiot) in die Kunst der Rosenzüchtung ein. Foto: Estrella Productions

Der deutsche Titel täuscht. Was Madame Eve Vernet (Catherine Frot) mit ihrem Unternehmen „Roses Vernet“ betreibt, ist eine seit Generationen in Familienbesitz befindliche Rosengärtnerei mit Blumenfeldern, Wintergarten und Herrenhaus in Burgund. Allerdings hat die auf der Spur nach der perfekten Kreuzung züchtende Eve ein Problem. „Roses Vernet“ steht vor dem Bankrott.

In dieser schrägen Hanglage kommt Eves Sekretärin Véra (Olivia Cote) auf die Idee, Kosten zu sparen, indem sie im Rahmen eines Resozialisierungsprogramms drei Maghrebiner engagiert, die von Blumen nichts verstehen. Eve weiß deren kleinkriminellen Fähigkeiten zu nutzen. Seit acht Jahren hat sie nicht mehr die „Goldene Rose“ gewonnen, stattdessen ging der Preis an den Konzern nebenan, bei dem Rosen schneller verblühen, dafür öfter verkauft werden.

Das ist einerseits der typische französische Wohlfühlfilm für den Spätsommer, wunderbar spröde von Catherine Frot gespielt, anderseits natürlich ein Tribut an die Rose an sich, ihre Symbolik und Züchtung und Menschen, die durch ihre Schönheit verzaubert werden. Nicht umsonst hat Regisseur Pierre Pinaud den Film seiner Mutter gewidmet. Entspannt, charmant, menschlich, duftig.

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