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Der Leuchtturm

Horrorkunst

Der ungewöhnlichste Film der Woche sei allen echten Liebhabern der Filmkunst dringend ans Herz gelegt. Er ist das zweite Werk von Robert Eggers, der 2015 mit „The Witch“ die aktuelle Welle anspruchsvollen Horrors mit auf den Weg brachte.

Gian-Philip Andreas

Der junge Ephraim (Robert Pattinson) und der alte Seebär Thomas (Willem Dafoe, l. Foto: Universal

Auch „Der Leuchtturm“ spielt wieder in Neuengland, diesmal allerdings auf einer öden Felseninsel. Dort müssen zwei Männer Ende des 19. Jahrhunderts einen Monat als Leuchtturmwärter verbringen, doch das geht nicht gut: Der junge Ephraim (Ex-„Twilight“-Teeniestar Robert Pattinson) wird vom Seebären Thomas (Willem Dafoe, „Van Gogh“) wie ein Sklave behandelt und vom Leuchtfeuer ferngehalten.

Bald verliert sich Ephraim in Visionen, und als ein Sturm der Insel einpeitscht, gehen sich die Kerle an die Gurgel. Den gischtsprühenden Rausch aus Rum-Suff, Seemannsgarn und Schauermärchen inszeniert Eggers in quadratischem Bildformat und kontrastreichem Schwarz-Weiß, das immer wieder an Stummfilme von Murnau, Lang oder Dreyer denken lässt.

Wie schon in „The Witch“ setzt Eggers auf zeit- und milieu-typische Dialoge – diesmal an der Prosa Herman Melvilles orientiert. Das Ergebnis ist spektakulär merkwürdig. Aber Vorsicht: Am Ende steht hier der – im Wortsinn – helle Wahn. Sehenswert.

Bewertung

Der Leuchtturm: Horror-Thriller mit Willem Dafoe und Robert Pattinson (109 Minuten).

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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