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Spannender Krimi aus Frankreich

„In der Nacht des 12.“: Kripo-Alltag

Ein ungleiches Ermittlerpaar untersucht obsessiv auch nach drei Jahren noch den Mord an einer jungen Frau in einer Kleinstadt in den französischen Alpen. So nüchterner wie spannender Mystery-Thriller um Femizid-Morde und Kripo-Alltag. Mit starken Darstellern. Sehenswert. Prix Lumiére für Regie und Buch (Dominik Moll).

Marceau (Bouli Lanners) und Yohan (Bastien Bouillon) ermitteln als ungleiches Team. Foto: Haut et Court

I

m französischen Kriminalfilm hat die neue Nüchternheit Einzug gehalten, so in „November“ (mit Jean Dujardin) und „Goliath“ (mit Gilles Lellouche). Der mit dem Prix Lumière (entspricht den Golden Globes) für Buch und Regie ausgezeichnete Thriller „In der Nacht des 12.“ von Genre-Spezialist Dominik Moll („Harry meint es gut mit dir“, „Lemming“, „Die Verschwundene“) liegt auf dieser Linie und begleitet das ungleiche Ermittlerpaar Yohan (intensiv ruhig: Bastien Bouillon) und Marceau (polternd rau: Bouli Lanners). Sie sollen den Mord an einer Frau aufklären, die in einer Kleinstadt in den französischen Alpen auf dem Heimweg überfallen und lebendig mit Benzin angezündet wurde, und sind vom bizarren Fall auch drei Jahren später noch besessen. Obwohl Tathergang und Ende am Anfang geklärt werden, ist der Film noir mit Kripo-Alltag (der Drucker funktioniert nicht), Diskussionen über Femizid-Morde (inklusive Hexenverbrennungen) sowie starken Frauenfiguren (die Untersuchungsrichterin, die Freundin der Toten, die Ermordete selbst) extrem spannend. Melancholisch wie „Engel aus Staub“ (mit Bernard Giraudeau) aus den 80ern, dessen Fortschreibung „La ­Nuit du 12“ ist. Sehenswert.

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