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Intrigenstadl im Escape Room 

„The Social Experiment”: Guter Look, schwache Story

Der deutsche Sci-Fi-Thriller setzt auf ein neues tricktechnisches Verfahren, das eine Riege (noch) unbekannter Jungdarsteller in allerlei abenteuerliche Umgebungen versetzt. Leider weiß der Film mit ihnen aber wenig anzufangen, denn der Plot um eine Amok laufende Künstliche Intelligenz versandet im Nirgendwo.

Von Gian-Philip Andreas

Gustav Strunz (l.) und Thapelo Mashiane wissen nicht, dass ihr Abenteuer ein Experiment ist. Foto: Tobis

Im Grunde ist es erfreulich, dass aus Deutschland wieder mehr Genre-Produktionen ins Kino kommen – erst vorige Woche startete der schräge Dixiklo-Thriller „Ach du Scheiße!“ Doch natürlich funktioniert dabei nicht alles, wofür „The Social Experiment“ ein guter Beleg ist. Das Langfilmdebüt von Pascal Schröder vermixt jede Menge Elemente aus bekannten und beliebten Hits, um sie einem tricktechnischen Novum zu unterwerfen – gedreht wurde mit und vor großen LED-Screens, die die jungen Schauspieler in allerlei fantastische Landschaften versetzen. Darauf sind Schröder und sein Team so stolz (technisch gesehen: unbedingt zu Recht), dass sie die Story darüber vergessen haben.

Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Influencer Adrian, der mit seinen Freunden einen innovativen Escape Room austesten darf. Während die Teenies durch immer neue Digitalkulissen stiefeln und zunehmend gefährliche Lösungswege suchen müssen, mal auf dem Mond, mal in der Wüste, bemerken sie nicht, dass ihr Abenteuer ein soziales Experiment ist, mit dem sinistre Hinterleute eine neuartige Künstliche Intelligenz testen wollen, die die sozialen Medien durchforstet und die „Probanden“ so gegeneinander ausspielen will.

Natürlich läuft das Experiment aus dem Ruder. Ungelenke Dialoge, überforderte Jungdarsteller, dazu die in den letzten Jahren überstrapazierte Escape-Room-Thematik und ein kritisch gemeinter, aber halbgarer Zugriff auf Social Media (die letztlich kaum eine Rolle spielen): Auf all diesen Ebenen stimmt hier fast gar nichts. Die Optik aber ist toll; demnächst wird sie hoffentlich für durchdachtere Projekte eingesetzt. 

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