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„Game Night“: Stark besetzte Krimikomödie

Ist es ein Spiel oder doch kein Spiel?

Das Leben ist dröge, es lebe der Spieleabend: So ungefähr läuft das beim Ehepaar Max (Jason Bateman, „Arrested Development“) und Annie (Rachel McAdams, „Wie ein einziger Tag“), die sich jede Woche wieder darauf freuen, dass ihre besten Freunde vorbeikommen, um bei Knabbergebäck und Kaltgetränken der gemeinsamen Leidenschaft für Gesellschaftsspiele zu frönen. 

Gian-Philip Andreas

Max (Jason Bateman), seine Frau Annie (Rachel McAdams) und sein Bruder Brooks (Kyle Chandler) bereiten einen Spieleabend vor. Foto: Warner

Bis Max’ arroganter Bruder Brooks (Kyle Chandler, „Super 8“) das Ruder übernimmt: Er inszeniert ein Actionkrimi-Spiel für die Runde, eine Schnitzeljagd mit angeheuerten Schauspielern. Doch als Brooks plötzlich tatsächlich entführt wird, ist das kein Spiel mehr – auch wenn Max, Annie und die anderen es dafür halten.

Nach einer wunderbar satirischen ersten halbe Stunde wandelt sich diese vom auf Klamauk spezialisierten Regieduo John F. Daley und Jonathan Goldstein („Vacation“) angerichtete „Game Night“ rasch zur handelsüblichen Krimikomödie. Besonders stark ist sie immer dann, wenn das Wissen der Zuschauer um die brisante Situation und das Handeln der Protagonisten, die sich als Beteiligte einer komplexen Spielhandlung wähnen, absurd weit auseinanderklaffen.

Bateman erweist sich dabei erneut als Meister klassischer „Deadpan“-Komik: Je absurder die Geschehnisse um ihn herum, desto weniger verzieht er die Miene. Auch toll: Jesse Plemons als psychopathischer Nachbar, der nicht mehr zu den Spieleabenden eingeladen wird. Insgesamt aber wäre in dieser mit netten Gastauftritten gespickten Mixtur aus David Finchers Thriller „The Game“ und Krimi-Klamauk à la Peter Sellers noch viel mehr drin gewesen.

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