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„Minari“

Jacobs kleine Farm

Den Golden Globe und den Oscar gab es für diese halb-autobiografische Familiengeschichte, in der Regisseur Lee Isaac Chung von Einwanderern in den ländlichen USA der frühen Achtzigerjahre erzählt. Toll gespielt und ohne Rührseligkeiten geht es um Rückschläge, Zusammenhalt und Neubeginn.

Von Gian-Philip Andreas

Jacob (Steven Yeun, r.) ist mit Familie ins ländliche Arkansas ausgewandert und nimmt Kontakt zum Nachbarn (Will Patton) auf. Foto: Prokino

Einer der besten Filme des letzten Jahres kommt endlich in die deutschen Kinos: „Minari“, mit zahlreichen Preisen und dem Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film ausgezeichnet, erzählt von einer koreanischen Auswandererfamilie, die 1983 im ländlichen Arkansas eine Farm gründet, um koreanisches Gemüse für andere Einwanderer anzubauen.

Viel geht schief, die Familie taumelt, die Ehe von Jacob (Steven Yeun aus „The Walking Dead“) und Monica (Yeri Han, „Sea Fog“) schwächelt. Es geht um Alltagsrassismus in den Reagan-USA, ökologische Aspekte und familiären Zusammenhalt. Die 74-jährige Yuh-Jung Youn („Das Hausmädchen“), in Korea seit Jahrzehnten ein Star, bekam im April den Oscar für ihre Rolle als schrullige Großmutter, die sich um den herzkranken Sohn der Familie kümmert – und das Geheimnis des titelgebenden Wassertropfenkrautes kennt. Ohne Kitsch und Sentimentalitäten, dafür zutiefst anrührend und mit Witz erzählt Regisseur Lee Isaac Chung halb-autobiografisch eine Neowestern-Variante der amerikanischen Siedlergeschichte. Deren Unaufgeregtheit begeistert. Herausragend.                            

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