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„Iron Mask“: Kurioses Abenteuergarn mit Jackie Chan und Arnie

Ketten, Schwerter und tote Fische

Ausuferndes Abenteuergarn im 18. Jahrhundert mit Fantasy-Elementen zwischen Moskau, London und China- Mit viel Standard-CGI und Jackie Chan und Arnie als Aushängeschildern.

 Von Hans Gerhold

Jackie Chan tritt als gewitzter „Meister“ gegen den großen Schwarzenegger an. Foto: Koch Films

Jackie Chan und Arnie Schwarzenegger sind Aushängeschilder dieses kuriosen, mit Fantasy-Elementen aufgepeppten historischen Abenteuergarns, das ins 18. Jahrhundert führt und zwischen Moskau, London und China pendelt. Mit Alexandre Dumas’ Geschichten um „Die eiserne Maske“ hat das nichts zu tun, vielmehr basiert die englisch-russisch-kanadisch-chinesische Koproduktion lose auf Geschichten von Nikolaj Gogol um Hexen in der russischen Provinz, deren erster Teil „Der Fürst der Dämonen“ bei uns nur auf DVD erschien.

Den ersten, in Russland enorm erfolgreichen Teil muss man nicht kennen, um den zweiten Teil „Iron Mask“ zu verstehen. Kartograph Jonathan Green (Jason Flemyng) entdeckt in Moskau, dass Zar Peter der Große durch einen Doppelgänger ersetzt wurde. Der echte Zar sitzt mit eiserner Maske in Ketten im Londoner Tower, wo Gefängniswärter Captain Hook (nicht der aus „Peter Pan“) ihn und den chinesischen Magier „Meister“ bewacht.

Auftritt Arnie in englischer Uniform mit bizarrem Dreispitz und Auftritt Jackie Chan, der als gewitzter „Meister“ mit kleinen Weisheiten und harten Fäusten gegen Arnie antritt. Mehr als zehn Minuten sind die Action-Ikonen, die nach Chans „In 80 Tagen um die Welt“ zum zweiten Mal zusammen agieren, allerdings nicht zu sehen. Im dritten Teil geht es nach China, wo der Kartograph mit wachsendem Gefolge in die Machtkämpfe zwischen Prinzessinnen und Hexen gerät, bei denen der Drachenkönig mitmischt, aus dessen Wimpern Tee bereitet wird (!).

Das hängt alles eher lose zusammen und ist mit viel Standard-CGI aufgemotzt, wodurch die historischen Kulissen und die prächtige Ausstattung sehr künstlich wirken. In den real gefilmten 3D-Szenen, die in 2D konvertiert wurden, fliegen Ketten, Schwerter und tote Fische ins Bild, so bei der Kutschen-Verfolgungsjagd in London. Chan, Arnie und dem in seiner letzten Rolle als britischer Botschafter auftretenden Rutger Hauer hätte man einen besseren Film gewünscht, aber wer Dauer-Action mit sträflicher Vernachlässigung der Erzählung mag, liegt und fliegt hier richtig.

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