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Zeitreisen mit Mozart-Melodien

„The Magic Flute“: Zauberflöte als bombastischer Fantasy-Trip

Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ als Fantasy-Abenteuer à la Harry Potter mit CGI-Bombardement und in der Hauptrolle ist überzeugend. Musikalisch hingegen ein Wirrwarr mit englisch gesungenen aber nachsynchronisierten Partien und qualitativ höchst unterschiedlich.

Von Hans Gerhold

Im Mozarteum dirigiert F. Murray Abraham als Dr. Longbow Mozarts Oper. Foto: Tobis Film/dpa

Mozarts große Oper in zwei Aufzügen, „Die Zauberflöte“ (1791), hat durch Ingmar Bergman, der sie 1974 klassisch als Bühnenwerk mit Publikum adaptierte, und durch Kenneth Branagh, der sie 2006 in den Ersten Weltkrieg versetzte, unterschiedliche filmische Versionen erfahren. In der deutsch-österreichischen Produktion „The Magic Flute – Das Vermächtnis der Zauberflöte“ wird das populäre Werk musikalisch einer Zeitreise ins Fantasy-Land unterzogen.

Der 17-jährige Tim (Jack Wolfe überzeugt) ergattert ein Sänger-Stipendium, reist in die Alpen und bringt ein vom Vater damals stibitztes Buch in die Bibliothek des Mozart-Internats. Das Buch zieht Tim in ein Portal, das ihn in die „Zauberflöte“ entführt. Fortan pendelt er zwischen den Welten, studiert Gesang und rettet mit Papageno (Iwan Rheon) Prinzessin Tamina (Asha Banks).

Der Fantasy-Trip mit Mozart-Untermalung enttäuscht mit Bombast à la Harry Potter mit Riesenschlange und steinernen Metropolen. Musikalisch ist das ein Wirrwarr mit in Englisch gesungenen, aber nachsynchronisierten Partien unterschiedlicher Qualität, von denen nur die Königin der Nacht (Sabine Devieilhe) überzeugt, während die Damen (aus der Pop-Welt) eine Oktave zu tief singen. F. Murray Abraham dirigiert als Dr. Longbow (!) und Ronaldo Villazón, kürzlich in Münster, spielt im Cameo-Auftritt sich selbst.

Wolfgang Amadeus Mozarts unsterbliche Musik wird auf jeden Fall überleben.

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