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"Traumfrauen"

Lauter kleine Katastrophen

In einer Szene der Komödie „Traumfrauen“ muss Iris Berben sagen: „Ich glaube, ich habe das Internet gelöscht.“ Man glaubt es wirklich nicht. Fällt deutschen Drehbuchautoren kein besserer Satz ein als der längst abgehangene Witz aus der Werbung?

Hans Gerhold

Karoline Herfurth (von links), Palina Rojinski, Iris Berben und Hannah Herzsprung beim Tennis-Match der Mutter gegen ihre Todfeindin. Foto: dpa

Egal, das muss in der von Schweiger und Schweighöfer beherrschten Kinolandschaft wohl so sein, und konsequenterweise ist Regisseurin Anika Decker (39) die Co-Drehbuchautorin von „Kein­ohrhasen“ und „Rubbeldiekatz“.

In „Traumfrauen“ führt sie in die WG von Hannah (Karoline Herfurth) und Vivi (Palina Rojinski), die gerade Hannahs Schwester Leni (Hannah Herzsprung) aufgenommen haben, um sie über die letzte Enttäuschung mit Männern hinwegzutrösten. Frohnatur Vivi hat als Couch-Philosophin den idealen Rat: noch mehr Typen ohne echte Tuchfühlung. Nebenbei hilft das dynamische Trio Margaux (Berben), Mutter von Hannah und Leni, die wegen einer Jüngeren verlassen wurde. Als Leni und Margaux den attraktiven Joseph (überall dabei: Elyas M’Barek mit patentiertem Charme) kennenlernen, laufen die kleinen Katastrophen und Irrungen des Liebeslebens Amok.

Läuft wo?

Trailer, Fotos und Spielorte gibt es hier.

Vier Frauen also stärken sich den Rücken und mischen die Männer und bei einem Tennis-Match auch die Rivalin und Todfeindin von Margaux auf. Das ist das inzwischen gängige Muster für Lustspiele am Mädels­abend im Kino, hier mit guter Besetzung, von der sich Rojinski als deutsche Cameron Diaz empfiehlt. Das ist etwas holprig inszeniert, ohne Sinn für echtes Timing, oft bemüht komisch und albern, sorgt aber sicher durch das Trommelfeuer schlüpfriger Witze beim Zielpublikum für gute Laune.

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