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„Scream 5“: Ordentliche Fortsetzung der berühmten Horror-Reihe

Maskenpflicht des Grauen

Mehr als eine Dekade Pause seit dem letzten Teil – die Sorge war groß, dass aus einer neuerlichen Fortsetzung der „Scream”-Filme nur ein verspäteter Abklatsch werden würde. Umso schöner, dass unter neuer Regie und mit einer Besetzung aus alten wie neuen Stars ein sehr stimmiges Sequel herausgekommen ist – mit der patentierten Selbstironie der Reihe und ziemlich viel hartem Horror.

Von Gian-Philip Andreas

Tara (Jenna Ortega) hat offensichtlich allen Grund, dem Titel entsprechend zu schreien. Foto: Paramount Pictures Germany

Elf Jahre nach dem vierten Teil und sechs Jahre nach dem Tod von Stammregisseur Wes Craven kommt nun doch eine kaum mehr für möglich gehaltene fünfte Folge der legendären Slasher-Reihe „Scream“ in die Kinos. Wie es derzeit üblich ist, wird sie als sogenanntes „Requel“ aufgezogen, als Mixtur aus Sequel und Reboot: Im Mittelpunkt stehen neue Protagonisten, die im Erzähluniversum der bisherigen Filme existieren, weshalb die gealterten Stars von damals ebenfalls wieder mitwirken dürfen. Auf diese Weise können einerseits Nostalgieeffekte abgegriffen werden, andererseits bleibt ein jüngeres Publikum nicht außen vor.

Während im ewig heimgesuchten Städtchen Woodsboro also mal wieder ein neuer Killer die ikonische „Ghostface“-Maske überstreift, der es auf die Schwestern Tara (Jenna Ortega), Sam (Melissa Barrera) und ihre Freunde abgesehen hat, werden die Helden der ersten vier Filme, der inzwischen pensionierte Polizist Dewey (David Arquette), Reporterin Gale (Courtney Cox) und Sidney Prescott (Neve Campbell) rekrutiert, um bei der Mördersuche zu assistieren.

Natürlich ist der Plot austauschbar – obwohl er gut die Spannung hält. Viel wichtiger aber ist, dass die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett („Ready or Not“) dem selbstreferenziellen Geist der Reihe treu bleiben. Wie früher wird in Details und Dialogen genüsslich über die Klischees des Horrorgenres gewitzelt, nicht zuletzt über den Retrowahn, der immer mehr „Requels“ à la „Ghostbusters: Legacy“ oder „Cobra Kai“ hervorbringt.

Das kommt mal selbstironisch daher, mal eher eitel, funktioniert aber gut, weil der Film ansonsten keine Gefangenen nimmt: „Scream 5“ ist der härteste Film der Reihe. Und möglicherweise immer noch nicht der letzte.

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