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Film der Woche

„Minions 2 – Auf der Suche nach dem Mini-Boss”: Rückkehr der gelben Anarchisten

Münster

Fünf Jahre hat es seit „Ich – Einfach unverbesserlich 3” gedauert, bis die gelben Schergen des gar nicht so bösen Bösewichts Gru nun endlich wieder Leinwand-Chaos anrichten dürfen. Auch ihr zweites Solo-Abenteuer ist vor allem wieder eine Sketchparade. Und funktioniert noch immer.

Von Gian-Philip Andreas

Gru hat große Schurkenpläne, die Minions sehen es mit Erstaunen. Foto: Illumination Entertainment & Uni

Die kleinen gelben Brabbler sind zurück! Fünf Jahre nach dem dritten Teil der „Ich – Einfach unverbesserlich“-Animationsfilmreihe bekommen die Minions ihr zweites eigenes Filmabenteuer spendiert. Wie der erste „Minions“-Film von 2015, der die überraschungseikapselförmigen Gaga-Handlanger des ungünstig netten Schurken Gru endgültig zum Top-Seller auf dem Spielzeugmarkt gemacht hatte, ist der Nachfolger ein Prequel, das in die Vergangenheit führt.

Im ersten Teil erfuhren wir, wie die Minions Ende der Sechziger auf der Suche nach einem geeigneten Chef an Gru gelangten, der damals noch ein Knirps war. Inzwischen sind wir in den Siebzigern angelangt, was den Animationsdesignern die Gelegenheit gibt, den orange-braun-gelben Style jenes Jahrzehnts samt Afrofrisuren und Schlaghosen zu adaptieren, während Regisseur Kyle Balda dazu den Sound der Epoche einspielt, von Funk zu Disco zu Schweinerock, und damals modische Genres zitiert: vom Kung-Fu-Movie über den Katastrophenfilm bis zur Blaxploitation.

Nicht originell, aber lustig

Gru ist inzwischen elf, wird als Bösewicht aber immer noch nicht ernstgenommen, weder von seiner toxischen Mutter (im Original von „Mary Poppins“ Julie Andrews gesprochen!), noch von seiner Lieblingsschurken-Bande „Die fiesen Sechs“, die ihn verspotten, als er um Aufnahme in ihren Zirkel ersucht. Trotzig klaut er ihnen ein magisches Juwel, woraufhin er von den Fieslingen (im Original unter anderem gesprochen von Jean-Claude van Damme und Dolph Lundgren!) entführt wird und mit deren frisch geschasstem Ex-Boss (auf Deutsch, na ja, Thomas Gottschalk) gemeinsame Sache macht.

Zugestanden, der Plot ist öde, doch das ist unerheblich, denn natürlich ist auch dieser „Minions“-Teil zuallererst wieder eine Sketchparade, in der das Drehbuch kaum etwas anderes zu tun hat, als die gelben Mini-Anarchisten möglichst schnell von einer absurden Situation in die nächste zu transportieren. Wie die unverständlich quasselnden Racker von einer Alternativ­medizinerin zu grobmotorischen Martial-Arts-Kämpfern trainiert werden oder ungewollt einen Jet entführen, das sorgt für genau jene chaotischen Slapstick-Nummern, für die die Minions so beliebt sind. Neu ist das schon lange nicht mehr, originell schon gar nicht – aber lachen muss man doch.

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