1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Kino-kritik
  6. >
  7. Mit der Elster leben

  8. >

„Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom“: Rührend

Mit der Elster leben

Rührendes Familiendrama um eine Elster, die einer querschnittgelähmten Frau und Mutter neue Kraft und Lebensmut gibt. Niedlich die Elster, souverän die Darstellung von Naomi Watts.

Von Hans Gerhold

Eine Elster namens Penguin verhilft Sam Bloom (Naomi Watts) zu neuem Lebensmut. Foto: Leonine

Die britisch-australische Schauspielerin Naomi Watts („21 Gramm“) hat schon einen CGI-Riesenaffen („King Kong“) und in Thailand einen Tsunami („The Impossible“) überlebt. Im Familiendrama „Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom“ ist ihr Partner eine Elster, keine diebische wie in der Oper von Rossini, sondern ein aus dem Nest gefallener flugunfähiger Jungvogel.

Krankenschwester Sam Bloom (Watts), eine begeisterte Surferin, fällt beim Urlaub in Thailand von der Hotelterrasse, ist fortan querschnittgelähmt. Mit Gatte Cameron (Andrew Lincoln) und drei Söhnen lebt sie an einem australischen Traumstrand, wo sie alles ans alte Leben erinnert. Da findet Sohn Noah (Griffin Murray-Johnston), der glaubt, am Unfall schuld zu sein, besagten Jungvogel, den er Penguin tauft und den Sam erst störend findet.

Der niedliche Neuzugang wird das Herz der Blooms, die sich liebevoll um den Gefiederten kümmern, erobern. Er bringt die Familie wieder zusammen und Sam neue Kraft und Mut, per Aquatraining wieder ins kalte Wasser zu steigen. Die Geschichte dahinter ist wahr, wurde durch Fotograf Cameron Bloom per Instagram bekanntgemacht und internationaler Bestseller mit vielen Fotos.

Im Film ist das gefiederte Elstermädchen der Blickfang und kann durch reine Präsenz locker mit Watts mithalten, die eine souveräne Performance zwischen Verbitterung und Lebensmut liefert. Störend die Werbung für Australiens idyllische Strände und der schmalzige Soundtrack. Dabei geht die Story auch so zu Herzen. Rührend.

Startseite