1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Kino-kritik
  6. >
  7. Mit Schere, Kreide und Papier

  8. >

„The Outfit – Verbrechen nach Maß“: Cleverer Gangsterfilm

Mit Schere, Kreide und Papier

Ein britischer Herrenschneider, dessen Laden als Briefkasten für sie irische Mafia in Chicago 1956 dient, spielt Killer und Bosse der Unterwelt gegeneinander aus. Spannender Gangsterfilm und cleverer Tribut an Noir-Krimis und Hitchcock-Thriller.

Von Hans Gerhold

Maßschneider Leonard Burling (Mark Rylance), hier mit Assistentin Mabel (Zoey Deutch), treibt in Chicago ein höchst cleveres Spiel mit der irischen Mafia. Foto: Universal

Als Tribut an Gangsterfilme und Thriller der 1940er und 1950er Jahre angelegt, funktioniert „The Outfit – Verbrechen nach Maß“ als Kammerspiel um einen Anzugmacher im Chicago von 1956, dessen Atelier der irischen Mafia als toter Briefkasten dient. Wie Leonard Burling (Mark Rylance) den Killern im Maßanzug dient und doch ein cleveres Spiel mit ihnen treibt, ist bis zum Finale packend und in allen filmischen Bereichen spannungsvoll kombiniert.

Der sich als „Cutter“ (Maßschneider) und nicht als „Tailor“ (Schneider) verstehende Burling, der in der Londoner Savile Row lernte, weiß sein Handwerk aus Schere, Kreide und Papier so perfekt zu handhaben, wie er die Gangster trickreich ausspielt. Er hält Assistentin Mabel (Zoey Deutch), die gern nach Europa will, von kriminellen Dingen weitgehend fern und sieht seine Stunde gekommen, als die Unterwelt-Organisation „The Outfit“ einen Maulwurf des FBI enttarnen will.

Mark Rylance („Bridge of Spies“, „Dunkirk“), ein gefragter britischer Bühnenschauspieler, agiert gediegen und präzise und weiß selbst bei psychopathischen Mafiosi (imposant: Johnny Flynn, als Ian Fleming in „Die Täuschung“) die Fäden zu führen. Regiedebütant Graham Moore führt das in gedecktem Braun und Grau gehaltene Kammerspiel mit Anleihen bei Hitchcock zum flammenden Finale.

                        

Startseite
ANZEIGE