1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Kino-kritik
  6. >
  7. „The Death of Stalin“: Satirisch

  8. >

Kino-Kritik

„The Death of Stalin“: Satirisch

Als sein Lachanfall zum Schlaganfall wird, während er ein Klavierkonzert von Mozart hört, beginnen im März 1953 die letzten Stunden und Tage im Leben von Diktator Josef Stalin. Die Politsatire „The Death of Stalin“ von Armando Iannucci schlägt daraus höchst komisches Kapital.

wn

Da liegt er. Chruschtschow (Steve Buscemi, l.) und andere Mitglieder des Politbüros beraten neben Stalins Leichnam. Foto: Concorde

Die Gleichzeitigkeit von realem Terror unter dem Regime des Diktators und den Machtkämpfen seiner Vasallen sprüht satirische Funken, wenn sich die Mitglieder des Politbüros beim Ringen um die Nachfolge wie Rabauken und Rüpel mit rüden Sprüchen gebärden. Gleichzeitig vermittelt der Film ein Gespür für die Ohnmacht derer, die unter dem totalitären Regime in Furcht leben, so die Türsteher, die nicht wagen, nach Stalins Bodenfall einzutreten. Oder die zur Exekution bereiten Menschen, denen ein willkürlicher Gnadenakt winkt.

Das Rennen um die Nachfolge macht Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, den Steve Buscemi als bauernschlauen Kolchose-Lenker spielt. Jeder der Schauspieler von Michael Palin (Außenminister Molotow) über Simon Russell Beale (Geheimdienstchef Berija) bis zu Jason Isaacs (Marschall Schukow) und Bond-Girl Olga Kurylenko (als Pianistin Maria Judina, die sich subversiv gegen Stalin wehrt) ist exzellent. Das überaus vergnügliche, gallige, groteske und absurde Machtspiel um das Ende eines Säulenheiligen ist im Russland Putins verboten. Kein Wunder. Sehenswert.

Startseite