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„Hannes“: Rita-Falk-Verfilmung mit Hang zum ganz großen Gefühl

Während er schlief

Rita Falk schreibt nicht nur Provinzkrimis. In ihrem Coming-of-Age-Roman „Hannes” erzählte sie 2012 von einer durch einen tragischen Unfall unterbrochenen Jugendfreundschaft. Die Verfilmung mit „Das Boot”-Star Leonard Scheicher ist in leisen Momenten stärker als in den hoch melodramatischen.

Von Gian-Philip Andreas

Hannes (Johannes Nussbaum) verunglückt, Moritz (Leonard Scheicher) will sein Leben „übernehmen“. Foto: Studiocanal

Bekannt ist die Oberammergauer Erfolgsautorin Rita Falk vor allem für ihre Eberhofer-Krimis. Ihr Jugendbuch „Hannes” erschien 2012 außerhalb der Krimireihe, in Briefromanform erzählt sie darin von Freundschaft, Erwachsenwerden und tragischem Verlust.

Regisseur Hans Steinbichler („Hierankl”) verfilmte das Buch nun mit erkennbarem Drang zur großen Geste. Der orchestral wallende Soundtrack ist ganz auf großes Melodram gebürstet, majestätische Aufnahmen aus den Dolomiten simulieren Fallhöhe, Subtilitäten gibt es eher wenige. Allerdings kann man sich an guten Darstellerleistungen erfreuen.

Leonard Scheicher („The Billion Dollar Code”) spielt den 19-jährigen Moritz, dessen bester Freund Hannes (Johannes Nussbaum, „Vorstadtweiber”) bei einer gemeinsamen Motorradreise durchs Gebirge verunglückt. Wie sich der verpeilte Moritz vornimmt, das Leben des nun im Koma liegenden Freundes, der immer viel extrovertierter und mutiger war als er selbst, stellvertretend zu „übernehmen” und daran zu wachsen, erzählt Steinbichler mit deutlichen Anleihen an Wohlfühl-Hits wie „Ziemlich beste Freunde” und netten Gastauftritten: Verena Altenberger, Salzburgs derzeitige „Jedermann”-Buhlschaft, bezirzt als Ärztin, Hannelore Elsner als Moritz’ frühere Lehrerin mit einer schön absurden Sexzene. Es ist ihre letzte Kinorolle.

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