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„Falling“: Viggo Mortensens Regiedebüt

Zeternder Großvater

Viggo Mortensen ist als Schauspieler ein Star, war zuletzt im Oscargewinner „Green Book” zu sehen. In seinem unaufgeregten Regiedebüt inszeniert er sich selbst als schwulen Piloten, der seinen dementen, rechtskonservativen Vater zu sich holt.

Von Gian-Philip Andreas

Willis (Lance Henriksen, l.) und Sohn John (Viggo Mortensen) streiten miteinander. Foto: Prokino

In seinem autobiografisch inspirierten Regiedebüt dekliniert „Herr der Ringe“-Star Viggo Mortensen die gesellschaftliche Spaltung unserer Tage am Beispiel einer lädierten Vater-Sohn-Beziehung durch. Er selbst spielt den Piloten John, der mit Mann und Adoptivtochter in Kalifornien lebt und zu Beginn des Films seinen demenzkranken Vater Willis (Lance Henriksen, „Harte Ziele“) aus der Provinz zu sich an die Westküste holt. Willis ist ein Mann von gestern, suhlt sich in sexistischen und rassistischen Ausfällen und Schmähreden gegen die roten Tücher aller Reaktionäre: Muslime und Gender. Zugleich aber ist er pflegebedürftig, das Ende ist nah: John setzt auf respektvolle Sterbebegleitung, auch eines überkommenen Weltbilds.

Mortensen inszeniert diese etwas konstruierte Grundkonstellation eher dezent, bemüht ein paar Rückblenden zu viel, verzichtet in diesem Schauspielerduett aber auf jede Rührseligkeit.

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