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Agentenspaß

«Operation Fortune» mit Jason Statham und Hugh Grant

London (dpa)

Wie gewinnt man das Vertrauen eines mächtigen Waffenhändlers? Man setzt dessen Lieblingsschauspieler als Geheimagent auf ihn an. In Guy Ritchies neuem Agentenabenteuer ist für Action und Lacher gesorgt.

Von Philip Dethlefs, dpa

Aubrey Plaza als Agentin Sarah Fidel in einer Szene des Films «Operation Fortune». Foto: -/Leonine/dpa

Mit deutlicher Verspätung kommt «Operation Fortune» in die Kinos. Eigentlich hätte das Agentenabenteuer von Kultregisseur Guy Ritchie («Bube Dame König grAS») vor einem Jahr Premiere feiern sollen. Medienberichten zufolge wurde der Start in Folge des Krieges in der Ukraine verschoben. Angeblich hatte das Studio Bedenken wegen der ukrainischen Gangster im Film. Der ursprüngliche Titel «Five Eyes» wurde verworfen, um Missverständnisse in China zu vermeiden, denn Five Eyes heißt bekanntlich auch eine Kooperation westlicher Nachrichtendienste.

Ein schwieriges Klima, um Filme zu machen? Ritchie winkt ab. «Wenn über die Filmindustrie geredet wird, scheint es eine Menge Drama zu geben», sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in London, «dabei ist wirklich alles in bester Ordnung.» Wenn es nach ihm ginge, würde der Film «Ruse de Guerre» (auf Deutsch: Krieglist) heißen. «Aber es zeigte sich, dass gewisse Märkte, die ich nicht nenne, sich nicht die Mühe machen wollten nachzuschauen, was "Ruse de Guerre" heißt.» Der Titel «Operation Fortune» geht immerhin leichter von der Zunge.

In Ritchies neuem Film wird ein Spezialteam um die Agenten Nathan Jasmine (Cary Elwes) und Orson Fortune (Jason Statham) losgeschickt, um einen - zunächst geheimnisvollen - Gegenstand zu sichern. «Etwas ziemlich Fieses», wie Jasmine bemerkt. Die Mission verläuft nicht ganz nach Plan, denn die Agenten bekommen bei ihrem Einsatz am Flughafen Gesellschaft von der Konkurrenz. Offenbar steht deutlich mehr auf dem Spiel als gedacht. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Gegenstand um ein neues Gerät, das in den falschen Händen zu einer globalen Bedrohung werden kann - und nun verkauft werden soll.

Mysteriöses Gerät

Fortune und seine Mitstreiter, darunter auch Sarah Fidel (Aubrey Plaza) und JJ Davies (Rapper Bugzy Malone), müssen verhindern, dass das Gerät bei einem geheimen Deal in der Unterwelt den Besitzer wechselt. Um an den milliardenschweren Waffenhändler Greg Simmonds (Hugh Grant) ranzukommen, verpflichten sie den Filmstar Danny Francesco (Josh Hartnett) zur Mitarbeit. Widerwillig spielt Francesco die Rolle seines Lebens - sich selbst - und entwickelt dabei eine fast freundschaftliche Beziehung zu seinem Superfan Simmonds.

Nach der genialen Gangstersatire «The Gentlemen» und dem düsteren Actionthriller «Cash Truck» hat Guy Ritchie einen Film gedreht, dessen Plot ein wenig an «Mission: Impossible» und wohl eher zufällig an die Satire «Massive Talent» mit Nicolas Cage erinnert.

Dabei setzt der 54-Jährige auf bewährtes Personal aus seinen früheren Filmen. Während Statham routiniert seine übliche Rolle als grantiger, abgeklärter Mann fürs Grobe spielt, sorgen andere für die Lacher. Hugh Grant, der in «The Gentlemen» als schmieriger Reporter brillierte, ist als divenhafter Gangsterboss wieder zum Kaputtlachen - besonders im Zusammenspiel mit Hartnetts überfordertem Francesco, dem Agenten wider Willen.

Sein Sunnyboy-Image hat der 62-jährige Grant längst hinter sich gelassen und in den vergangenen Jahren einige seiner interessantesten Rollen gespielt. «Er ist fabelhaft», schwärmt Ritchie.

Gedreht wurde in England, der Türkei und im Land der gerade beendeten Fußball-WM Katar. Der Agentenfilm in Hochglanz-Optik kann zwar nicht mit dem Spektakel mithalten, das Tom Cruise regelmäßig liefert, hat aber durchaus unterhaltsame Actionszenen zu bieten. Dazu punktet «Operation Fortune» mit interessanten Wendungen, witzigen Dialogen, Ritchie-typischer Situationskomik und einer bunten Mischung von Charakteren. Ein kurzweiliger, sehr amüsanter Kinospaß.

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