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Statistisch gesehen: Alles auf Sieg

„Moneyball – Die Kunst zu gewinnen“: Nominiert für sieben Oscars – Brad Pitt als Baseball-Manager

Genau besehen ist „Moneyball“ ein Film über Statistiken: Das gleichnamige, dem Film zugrunde liegende Sachbuch von Michael Lewis beschreibt den Triumph statistisch basierter Transfermarktanalysen über das gängige Starsystem im amerikanischen Profi-Baseball. Wie ließ sich daraus bloß ein Hollywoodfilm basteln?

Gian-Philip Andreas

Billy Beane (Brad Pitt, Mitte) versteht sich auf die „Kunst zu gewinnen“. Für sein Baseball-Team verpflichtet der Coach vermeintliche Verlierer anderer Mannschaften. Und katapultiert damit sein Team nach oben. Foto: dpa

Regisseur Bennett Miller („Capote“) erzählt die Story mit seinen beiden Star-Drehbuchautoren Steven Zaillian („Verblendung“) und Aaron Sorkin („Social Network“) als personalisiertes Drama. In dessen Mittelpunkt steht Billy Beane, der Manager der Oakland Athletics, der sein verkrachtes Team 2002 völlig unerwartet zu Triumphen in der Major League führte.

Zuvor hatte Billy Beane sein System umgestellt, denn der angestammte Lauf der Dinge im Baseball hatte ihn zermürbt. Mit der Kommerzialisierung des deutschen Bundesliga-Fußballs ist das durchaus vergleichbar: Ein Team baut Spieler auf, und wenn sie sich als potenzielle Stars entpuppen, werden sie von den finanzstarken Mannschaften der Liga weggekauft. Die Kriterien, nach denen ein Spieler als viel oder wenig versprechend eingestuft wird, sind dabei unscharf – Beane selbst musste deshalb seine aktive Karriere begraben, wie der Film in (allzu) ausgedehnten Rückblenden zeigt.

Angeregt durch ein Team junger Wirtschaftswissenschaftler, das der Film auf die Figur des Nerds Peter Brand komprimiert, verfolgt Beane nun rein statistische Kriterien, was dazu führt, dass die Oakland A’s vermeintliche Verlierer anderer Mannschaften verpflichten – und damit, zumindest eine Saison lang, triumphieren.

Die aus vielen Sportdramen weidlich bekannte Story vom versprengten Haufen, der gegen alle Widerstände siegt, wird in „Moneyball“ trotz diverser Kitsch-Wallungen auf mathematische Entscheidungen abstrahiert – was dem deutschen Publikum (das Baseball-Filme in der Regel mit Missachtung straft) nur recht sein kann. Denn die eigentlichen Spielfeldszenen sind weniger wichtig als die Dramen, die sich in den Hinterstübchen abspielen. Und in denen machen Brad Pitt (oscarnominiert) als ebenso leidenschaftlicher wie gebrochener Billy Beane, Jonah Hill (oscarnominiert) als linkischer Zahlenfreak und Philip Seymour Hoffman als betonköpfiger Trainer eine äußerst gute Figur. Sehenswert.  

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