1. www.wn.de
  2. >
  3. Welt
  4. >
  5. Musik
  6. >
  7. Comeback der smarten Pop-Ohrwürmer? - Crowded House zurück

  8. >

Edel-Pop

Comeback der smarten Pop-Ohrwürmer? - Crowded House zurück

Berlin (dpa)

Radio-Pop kann einen zur Verzweiflung treiben. Mehrere Comebacks rufen nun Erinnerungen an die 80er und 90er wach, als smarte Ohrwürmer rauf und runter liefen. Und Crowded House melden sich zurück.

Von Werner Herpell, dpa

Die australisch-neuseeländische Band Crowded House mit dem Sänger​-Songwriter Neil Finn (2.v.r) haben ihre Auszeit beendet. Foto: --/Universal Music/dpa

Fans von eingängigem und zugleich elegantem Pop, der Radiohören ein bisschen schöner macht, erinnern sich gern: «Weather With You» von Crowded House, «Mr. Jones» von Counting Crows, «I Don’t Want A Lover» von Texas - das waren vor 25 oder 30 Jahren Dudelfunk-Hits.

Sie machten Laune, ohne billig zu klingen. Nun kehren diese drei Bands (und weitere einstige Ohrwurm-Garanten) zeitgleich zurück. Ein Überblick zu fünf willkommenen Comebacks.

DIE BEATLES VON DOWN UNDER: Falls mit der Rückkehr des smarten Radio-Sounds tatsächlich ein Trend gesetzt werden sollte, dann sind CROWDED HOUSE dessen kongeniale Anführer. Denn besser als auf «Dreamers Are Waiting» (Veröffentlichung: 4.6.), ihrer Wiederkehr nach elf Jahren Pause, kann man sowas kaum machen. Einst hätte dieses Edelpop-Album wohl mindestens drei klassische Singles für Charts und Rundfunk-Playlists abgeworfen. Aber heute? Warten wir es ab.

Vorrangig funktioniert «Dreamers...», besonders in der zweiten Hälfte, gleichwohl als anspruchsvolle Platte zum konzentrierten Hinhören - mit vielen Höhepunkten («Show Me The Way», «Too Good For This World», «Love Isn't Hard At All») und ganz ohne Füllmaterial. Seit dem Debüt mit «Don't Dream It's Over» (1986) hat sich diese neuseeländisch-australische Band um den Sänger und Songschreiber Neil Finn immer wieder Beatles-Vergleichen stellen müssen - und dabei nicht schlecht abgeschnitten.

Auch auf dem Nachfolger von «Intriguer» (2010) finden sich nun Songperlen, die selbst einen Paul McCartney mit Stolz erfüllt hätten. «Playing With Fire», das von Bläsern verzierte Meisterstück des Albums, erweist dem Großmeister des gepflegten «Easy-Listening»-Pops, Burt Bacharach, Reverenz. Dass Finn für dieses prächtige Werk neben Gründungsmitglied Nick Seymour und Produzent Mitchell Froom auch seine Musiker-Söhne Liam und Elroy gewinnen konnte, rundet die Erfolgsgeschichte von Crowded House nach 35 Jahren ab. Welcome back!

Radio-Playlist-Tipps: «To The Island», «Whatever You Want»

SOULPOP OHNE BERÜHRUNGSÄNGSTE: Schlicht «Hi» (28.5.) heißt die neue Platte von TEXAS, der Band um Sängerin Sharleen Spiteri, die vor rund drei Dekaden mit Liedern wie «Say What You Want» oder «Summer Son» eine der meistgespielten war. Schon immer mischten sie ihrem ins Ohr gehenden Poprock kräftige Soul-Anteile bei - daran hat sich nichts geändert, auch Hip-Hop im Titelsong (mit dem Wu-Tang Clan) oder US-Country-Blues («Moonstar») werden nicht verschmäht. Das klingt manchmal etwas beliebig nach Pop-Wundertüte, aber letztlich meist stilsicher. Und etliche neue Lieder sind natürlich wieder, wie von Texas gewohnt, allerbestes Mainstream-Rundfunk-Futter.

Radio-Playlist-Tipps: «Look What You've Done», «Heaven Knows»

ENGLISCHE MELANCHOLIE ZUM TANZEN: Mit hymnischem Pop, der auch mal Richtung Tanzfläche marschiert, haben sich JAMES aus Manchester weit über die Insel hinaus ein Stammpublikum erspielt. Der Band um Frontmann Tim Booth und Bassist Jim Glennie als feste Größen seit 1981 gelingt auf dem neuen Album «All The Colours Of You» (4.6.) wieder diese tolle Mischung aus Schwermut und Euphorie, die schon ihre besten Alben (und Radio-Hits wie «Sit Down») prägte. Booth ist auch mit 61 noch ein beeindruckend agiler Sänger. Dass der Titelsong, «Beautiful Beaches» oder «Miss America» gesellschaftskritische Texte haben, schmälert das Wiederhör-Vergnügen keineswegs. James machen weiterhin universell einsetzbaren Pop für Hirn, Herz und Beine.

Radio-Playlist-Tipps: «Hush», «Wherever It Takes Us»

SCHOTTEN-ROCK MIT AMI-TOUCH: Auch schon ein Weilchen - genauer gesagt: über 25 Jahre - ist es her, dass die wie Texas in Glasgow gegründete Band DEL AMITRI ihre großen Hits hatte. Wie sehr genoss man damals als Radiohörer sorgfältig komponierte, von Justin Curries warmer Stimme zusätzlich veredelte Lieder wie «Nothing Ever Happens» oder «Roll To Me». Die gute Nachricht: alles wieder da... (Die schlechte: ...bis auf das massenhafte Rundfunk-Airplay.). «Fatal Mistakes» (28.5.), die erste Platte der Schotten nach fast 20 Jahren, erfüllt auch hohe Erwartungen an ein Songwriting, das sich zwischen britischem Beatles-Pop und amerikanischem Folkrock nicht entscheiden will oder muss. Und «Close Your Eyes And Think Of England» dürfte eine der schönsten, traurigsten Balladen dieses Jahres sein.

Radio-Playlist-Tipps: «It's Feelings», «You Can't Go Back»

SCHÖNKLANG UND SCHWERMUT: Der Titel des 19-Minuten-Minialbums «Butter Miracle, Suite One» (21.5.) lässt darauf hoffen, dass auch die vor 30 Jahre in San Francisco gegründete US-Folkrock-Truppe COUNTING CROWS an einem größeren Comeback werkelt. Die klagende Stimme von Sänger Adam Duritz, inzwischen 56, hat jedenfalls nichts von ihrer Faszinationskraft verloren. Ebenso wenig die hypnotischen, jetzt auch mal an Bruce Springsteen erinnernden Lieder dieser Band, die allein in den USA rund 13 Millionen Tonträger verkauft haben soll. Zunächst nur vier neue Songs - Vorfreude geweckt, gern mehr davon.

Radio-Playlist-Tipps: «Elevator Boots», «Angel Of 14th Street»

Startseite

Fans von eingängigem und zugleich elegantem Pop, der Radiohören ein bisschen schöner macht, erinnern sich gern: «Weather With You» von Crowded House, «Mr. Jones» von Counting Crows, «I Don’t Want A Lover» von Texas - das waren vor 25 oder 30 Jahren Dudelfunk-Hits.

Sie machten Laune, ohne billig zu klingen. Nun kehren diese drei Bands (und weitere einstige Ohrwurm-Garanten) zeitgleich zurück. Ein Überblick zu fünf willkommenen Comebacks.

DIE BEATLES VON DOWN UNDER: Falls mit der Rückkehr des smarten Radio-Sounds tatsächlich ein Trend gesetzt werden sollte, dann sind CROWDED HOUSE dessen kongeniale Anführer. Denn besser als auf «Dreamers Are Waiting» (Veröffentlichung: 4.6.), ihrer Wiederkehr nach elf Jahren Pause, kann man sowas kaum machen. Einst hätte dieses Edelpop-Album wohl mindestens drei klassische Singles für Charts und Rundfunk-Playlists abgeworfen. Aber heute? Warten wir es ab.

Vorrangig funktioniert «Dreamers...», besonders in der zweiten Hälfte, gleichwohl als anspruchsvolle Platte zum konzentrierten Hinhören - mit vielen Höhepunkten («Show Me The Way», «Too Good For This World», «Love Isn't Hard At All») und ganz ohne Füllmaterial. Seit dem Debüt mit «Don't Dream It's Over» (1986) hat sich diese neuseeländisch-australische Band um den Sänger und Songschreiber Neil Finn immer wieder Beatles-Vergleichen stellen müssen - und dabei nicht schlecht abgeschnitten.

Auch auf dem Nachfolger von «Intriguer» (2010) finden sich nun Songperlen, die selbst einen Paul McCartney mit Stolz erfüllt hätten. «Playing With Fire», das von Bläsern verzierte Meisterstück des Albums, erweist dem Großmeister des gepflegten «Easy-Listening»-Pops, Burt Bacharach, Reverenz. Dass Finn für dieses prächtige Werk neben Gründungsmitglied Nick Seymour und Produzent Mitchell Froom auch seine Musiker-Söhne Liam und Elroy gewinnen konnte, rundet die Erfolgsgeschichte von Crowded House nach 35 Jahren ab. Welcome back!

Radio-Playlist-Tipps: «To The Island», «Whatever You Want»

SOULPOP OHNE BERÜHRUNGSÄNGSTE: Schlicht «Hi» (28.5.) heißt die neue Platte von TEXAS, der Band um Sängerin Sharleen Spiteri, die vor rund drei Dekaden mit Liedern wie «Say What You Want» oder «Summer Son» eine der meistgespielten war. Schon immer mischten sie ihrem ins Ohr gehenden Poprock kräftige Soul-Anteile bei - daran hat sich nichts geändert, auch Hip-Hop im Titelsong (mit dem Wu-Tang Clan) oder US-Country-Blues («Moonstar») werden nicht verschmäht. Das klingt manchmal etwas beliebig nach Pop-Wundertüte, aber letztlich meist stilsicher. Und etliche neue Lieder sind natürlich wieder, wie von Texas gewohnt, allerbestes Mainstream-Rundfunk-Futter.

Radio-Playlist-Tipps: «Look What You've Done», «Heaven Knows»

ENGLISCHE MELANCHOLIE ZUM TANZEN: Mit hymnischem Pop, der auch mal Richtung Tanzfläche marschiert, haben sich JAMES aus Manchester weit über die Insel hinaus ein Stammpublikum erspielt. Der Band um Frontmann Tim Booth und Bassist Jim Glennie als feste Größen seit 1981 gelingt auf dem neuen Album «All The Colours Of You» (4.6.) wieder diese tolle Mischung aus Schwermut und Euphorie, die schon ihre besten Alben (und Radio-Hits wie «Sit Down») prägte. Booth ist auch mit 61 noch ein beeindruckend agiler Sänger. Dass der Titelsong, «Beautiful Beaches» oder «Miss America» gesellschaftskritische Texte haben, schmälert das Wiederhör-Vergnügen keineswegs. James machen weiterhin universell einsetzbaren Pop für Hirn, Herz und Beine.

Radio-Playlist-Tipps: «Hush», «Wherever It Takes Us»

SCHOTTEN-ROCK MIT AMI-TOUCH: Auch schon ein Weilchen - genauer gesagt: über 25 Jahre - ist es her, dass die wie Texas in Glasgow gegründete Band DEL AMITRI ihre großen Hits hatte. Wie sehr genoss man damals als Radiohörer sorgfältig komponierte, von Justin Curries warmer Stimme zusätzlich veredelte Lieder wie «Nothing Ever Happens» oder «Roll To Me». Die gute Nachricht: alles wieder da... (Die schlechte: ...bis auf das massenhafte Rundfunk-Airplay.). «Fatal Mistakes» (28.5.), die erste Platte der Schotten nach fast 20 Jahren, erfüllt auch hohe Erwartungen an ein Songwriting, das sich zwischen britischem Beatles-Pop und amerikanischem Folkrock nicht entscheiden will oder muss. Und «Close Your Eyes And Think Of England» dürfte eine der schönsten, traurigsten Balladen dieses Jahres sein.

Radio-Playlist-Tipps: «It's Feelings», «You Can't Go Back»

SCHÖNKLANG UND SCHWERMUT: Der Titel des 19-Minuten-Minialbums «Butter Miracle, Suite One» (21.5.) lässt darauf hoffen, dass auch die vor 30 Jahre in San Francisco gegründete US-Folkrock-Truppe COUNTING CROWS an einem größeren Comeback werkelt. Die klagende Stimme von Sänger Adam Duritz, inzwischen 56, hat jedenfalls nichts von ihrer Faszinationskraft verloren. Ebenso wenig die hypnotischen, jetzt auch mal an Bruce Springsteen erinnernden Lieder dieser Band, die allein in den USA rund 13 Millionen Tonträger verkauft haben soll. Zunächst nur vier neue Songs - Vorfreude geweckt, gern mehr davon.

Radio-Playlist-Tipps: «Elevator Boots», «Angel Of 14th Street»

Startseite